Sonntag, 19. November 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Möglicher Geheimnisverrat bei Apple iPhone-Leaks stehlen Tim Cook die Show

Der Eingang zum Steve Jobs Theatre. Hier wird Apple-Chef Tim Cook am Dienstagabend das neue iPhone und vermutlich weitere Neuigkeiten vorstellen

Apple hat offenbar mit einem Fall von Geheimnisverrat zu kämpfen. Ein Insider soll den Zugang zu einer Version des iOS 11 - das neue Betriebssystem für Mobiltelefone und Tablets - an Medien weitergegeben haben. Darin finden sich auch Details zum neuen iPhone.

Ein oder mehrere Mitarbeiter von Apple Börsen-Chart zeigen meinen es offenbar nicht so gut mit ihrem Arbeitgeber. Aus dem Unternehmen wurde offenbar eine Software-Version des neuen Betriebssystem iOS 11 an zwei Fachmagazine gespielt. In der Software finden sich Hinweise auf das neue Modell, das am Dienstag vorgestellt werden soll.

Wie jedes Jahr ist die Vorstellung eines iPhone für Apple ein Riesenevent. Besonders das Gerät zum zehnjährigen Jubiläum des Telefons wird mit Spannung erwartet. Schon zuvor überschlagen sich daher die Medien und viele Fans mit Spekulationen und Wünschen. Die Trefferquote ist dabei meist von unterschiedlicher Qualität.

Denn Apple ist stets um größte Geheimhaltung bemüht. Konzernchef Tim Cook hatte 2012 angekündigt, entsprechende Anstrengungen zu verdoppeln. Umso verärgerter dürfte er sein, dass am Wochenende die sogenannte "Golden Master"-Version (GM) von iOS 11 an die Websites "9to5Mac" und "Macrumors" weitergegeben wurde. Die beiden Fachmedien hatten eine Liste von URLs bekommen, über die die Software heruntergeladen werden konnte.

Detaillierte Hinweise auf iPhone und Apple Watch

"Irgendjemand bei Apple hat die Liste mit den URLs an '9to5Mac' und 'MacRumors' geleakt", schrieb der Blogger John Gruber auf "Daringfireball" . "Ich bin mir ziemlich sicher, dass das kein Fehler war, sondern bewusst mutwillige Absicht eines bösartig gesonnenen Apple-Mitarbeiters."

Demnach hätten die Versionen für jedermann zugänglich im Netz gestanden, aber die entsprechenden Adressen seien lang und nicht zu erraten gewesen.

In der Software, die bereits für das neue Gerät vorbereitet ist, finden sich derart detaillierte Hinweise nicht nur auf das iPhone, sondern auch auf die neue Apple Watch, dass sich die Überraschung bei der Präsentation also in Grenzen halten dürfte. So wurden einige Spekulationen über die neuen Geräte bestätigt.

Erste Produktvorstellung im Steve Jobs Theatre

Allerdings dürfte die Aufmerksamkeit trotzdem extrem hoch sein, wenn Cook am Dienstag ab 19 Uhr MESZ seine Apple-Show startet. Denn durch die Leaks wurden zwar einige technische Details, aber keine Fotos des Geräts öffentlich. Erstmals lädt Apple zur Produktvorstellung zudem in das neu gebaute Steve Jobs Theatre auf dem Gelände des neuen Firmen-Campus in Cupertino.

Bei Apple dürfte jetzt die Suche nach dem oder den Urhebern des Software-Leaks hohe Priorität haben. Denn bereits vor drei Monaten habe es schon einmal ein Datenleck bei Apple gegeben, berichtet die BBC.

Dabei sei es ausgerechnet darum gegangen, wie das Unternehmen derartige Leaks vermeiden wolle. Aus damals an die Website "Outline" weitergegebenen Dokumenten gehe unter anderem hervor, dass Apple ehemalige Mitarbeiter der US-Geheimdienste NSA und Secret Service sowie des FBI einstellen wolle, um Geheimnisverräter zu enttarnen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH