Freitag, 25. Mai 2018

iPhone-Bauer nervt Behörden Falsche Notrufe aus der Apple-Fabrik - Konzern ist ratlos

Polizei als Helfer: Apple-Geräte wählen ohne Grund den Notruf

Neuer Meilenstein in der technologischen Entwicklung: Während wir uns gerade noch an das selbstfahrende Auto gewöhnen (und daran, dass auch dieses hin und wieder in einen tödlichen Unfall verwickelt sein kann), kommt nun offenbar das selbstanrufende Telefon. Klar ist auch, welches der einzige Konzern weltweit ist, der für eine so bahnbrechende Erfindung verantwortlich sein kann: selbstverständlich Apple Börsen-Chart zeigen.

Was ist passiert? In der Notrufzentrale von Elk Grove nahe Sacramento im US-Staat Kalifornien macht sich seit einigen Monaten Ratlosigkeit breit. Täglich mehr als ein Dutzend mal häufiger als sonst klingelt das Telefon unter der Notrufnummer 911 - doch niemand ist am Apparat.

Weil die Einsatzkräfte in der Lage sind, anrufende Geräte zu lokalisieren, wissen sie zumindest, von welcher Adresse diese zahlreichen falschen Notrufe abgesetzt werden. Es ist jedes mal die gleiche Anschrift, nämlich jene einer Apple-Fabrik vor Ort, in der der iPhone-Bauer unter anderem alte Geräte repariert und aufpoliert, und die eigentlich als wichtiger Arbeitgeber von Elk Grove dient.

So stolz die Einwohner ansonsten auf Apple in Elk Grove auch sein mögen - in diesem Zusammenhang geht ihnen das Unternehmen derzeit offenbar gehörig auf die Nerven. Wie vor einigen Wochen erstmals CBS Sacramento berichtete, wurde aus der Apple-Fabrik binnen etwa vier Monaten insgesamt grob geschätzt etwa 1600 mal der Notruf gewählt, ohne dass es sich tatsächlich um einen Notfall gehandelt hätte. Vielmehr meldete sich niemand am anderen Ende der Leitung, die Einsatzzentrale wurde lediglich jedes Mal einige Momente lang von ihrer Arbeit abgehalten.

Anrufe kommen von iPhones oder Apple Watches

Hin und wieder gehen derartige Anrufe auch direkt bei der Polizei von Sacramento ein, so CBS. Die Beamten hören dann manchmal Stimmen im Hintergrund, von Leuten, die sich über Apple, über Geräte oder generell über Reparatur-Arbeiten unterhalten.

Zwar ist Apple über das Problem informiert. Das Unternehmen arbeite eng mit den Behörden zusammen, um die Ursache für die 911-Anrufe zu finden und zu beseitigen, zitiert CBS eine Sprecherin des Konzerns.

Wie der Business Insider aktuell berichtet, ist das aber bislang nicht gelungen: Das Problem mit den falschen Notrufen, die täglich bis zu 20 Mal aus der Apple-Fabrik in Elk Grove bei Sacramento in Kalifornien abgesetzt werden, besteht demnach bis heute. Der Newssite zufolge kam es zwischen Oktober und Februar sogar zu insgesamt mehr als 2000 solchen falschen Anrufen. Im Januar habe es eine Situation, in der alle sechs Notrufleitungen von Elk Grove gleichzeitig durch falsche Apple-Anrufe blockiert waren, berichtet die Website.

Noch geraten die Rettungskräfte der Ortschaft den Berichten zufolge durch die Störungen nicht ernsthaft in Schwierigkeiten. Klar sei jedoch: Jeder falsche Notruf bedeute, dass Betroffene bei einem echten Notfall möglicherweise länger auf Hilfe warten müssen.

Wo liegt also das Problem? Apple selbst hat Statements von Unternehmenssprechern zufolge bislang keine Antwort auf diese Frage. Laut Business Insider handelt es sich um eine Art von "Hosentaschenanrufen" ("butt dials"). Die fraglichen Apple-Geräte, die in der Fabrik repariert werden, machen sich offenbar auf mysteriöse Weise selbstständig und wählen reihenweise den Notruf, ohne dass jemand bei Apple davon etwas bemerken würde.

Und schlimmer noch: Bei Apple ist es bislang offenbar noch nicht einmal gelungen, exakt zu ermitteln, von welchen Geräten die Anrufe ausgehen. Den Berichten zufolge kann es sich um iPhones der Modelle 8, 8 Plus oder X handeln. Ebenso kämen aber auch Apple Watches in Frage, heißt es.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Immerhin: Zuletzt wurde es offenbar etwas ruhiger in Elk Groves Notrufzentrale. "Die Anrufe haben nicht aufgehört, aber es sind weniger geworden", zitiert der Business Insider einen Sprecher der Stadt. "Wir arbeiten mit Apple weiter daran, und hoffen, das Problem zu lösen."

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH