Dienstag, 17. Oktober 2017

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Angeblicher Präsidentenmacher Cambridge Analytica Kann man bei diesem Mann Wahlen kaufen?

Alexander Nix: Der Chef des Big-Data-Polit-Beraters Cambridge Analytica nutzt die Gunst der Stunde
Getty Images
Alexander Nix: Der Chef des Big-Data-Polit-Beraters Cambridge Analytica nutzt die Gunst der Stunde

Würde man Alexander Nix in der Londoner Innenstadt begegnen, man würde ihn wohl kaum eines zweiten Blickes würdigen. Der 41-Jährige mit seinen blonden zurückgekämmten Locken, seinem schmal geschnittenen Anzug und seiner Hornbrille sieht aus wie ein durchschnittlicher Investmentbanker oder ehrgeiziger Regierungsberater. Gepflegt, unauffällig, geschmeidig.

Doch anders als Investmentbanker oder Regierungsberater ist der ehemalige Finanzanalyst aktuell einer der am meisten gehypten Manager Europas. Schuld daran sind seine Firma Cambridge Analytica und unter anderem ein Artikel in "Das Magazin", eine Wochenendbeilage mehrerer Schweizer Tageszeitungen, in der Nix als Königsmacher der US-Wahlen porträtiert wird, - also eine These aufgeworfen wird, die zuvor auch schon Medien wie Bloomberg oder das "Wall Street Journal" ausgeleuchtet hatten.

Die These: Nix habe mit seiner Firma unter anderem mit Hilfe persönlicher Facebook-Daten die Persönlichkeitsstruktur von Millionen Amerikanern analysiert, dann habe Trump zielgerichtet politische Nachrichten an Millionen Amerikaner aussenden und so die Wahlen für sich entscheiden können.

Ein fast schon apokalyptisches Szenario mit unvorhersehbaren Folgen für die Demokratien der Welt. Und auch für Europa. Denn nach der Wahl in den USA, so der Bericht, sei Nix mit seiner Firma nun in Europa auf Kundenfang. Und mache sich bereit, auch in der Alten Welt Wähler mit seiner Big-Data-Technik zu manipulieren.

Was ist dran an dieser Horrorstory? manager-magazin.de hat bei Experten und bei Nix selbst nachgefragt.

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