Sonntag, 29. Mai 2016

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Under Armours digitaler Wachstumsbooster Warum Under Armour Adidas wieder einen Schritt voraus ist

Digitaler Wettlauf: Wie Adidas & Co. um die digitale Zukunft kämpfen
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Corbis

Dass Under Armour-Chef Kevin Plank sich weder mit Bescheidenheit noch mit Fragen des guten Stils zieren mag, weiß Noch-Adidas-Chef Herbert Hainer nur zu gut. Schließlich diffamierte Plank Adidas einst als seinen "dümmsten Wettbewerber". Aber auch Nike Börsen-Chart zeigen bekam von dem Ex-Footballspieler Plank sein Fett weg: Er könne sich nicht vorstellen, eine Firma allein auf der Grundlage dessen zu betreiben, "dass mein Logo cooler ist als das von jemand anderem" ätzte er kürzlich in Richtung Nike.

Doch neben provokanten Sprüchen hat Plank auch Erfolge vorzuweisen: In den USA hat Under Armour bereits Adidas und global Puma überholt - und Plank will auch den weltweiten Marktführer Nike demnächst auf die Plätze verweisen.

Gewöhnliches Imponiergehabe eines typischen US-Managers, könnte man meinen. Doch Plank meint es ernst. Wie ernst, zeigt ein neues Investment von Under Armour, das das Unternehmen in eine neue Liga hieven soll.

Und die hat mit dem traditionellen Sportartikelgeschäft nur noch begrenzt etwas zu tun: Under Armour will sein Geld nicht mehr länger nur mit Sportartikeln verdienen. Er drängt vom Sportplatz immer tiefer ins Leben seiner Nutzer und will künftig auch mit der Optimierung von Fitness und Ernährung Geld verdienen.

Dass zum Geschäftserfolg künftig mehr als die richtigen Sportschuhe nötig sind, hat mittlerweile jeder Sportartikelhersteller bemerkt. Und seine Fühler ins Digitalgeschäft ausgestreckt. Nike war mit seinem bereits 2006 gestartetet +iPod Sports Kit und dem Fuel-Band der Pionier. Adidas und Under Armour folgten. Seitdem hat ein Wettrüsten auf dem digitalen Markt eingesetzt.

Wettrüsten auf dem digitalen Markt

Under Armour, die bereits 2013 für rund 150 Millionen Dollar die MyFitness-App gekauft hatten, legten Anfang 2015 noch einmal rund eine Milliarde Dollar drauf und übernahmen auch noch die Ernährungs- und Fitness-App "MyFitnessPal" sowie den digitalen Fitnesstrainer Endomondo.

Adidas, bereits seit mehreren Jahren mit dem "micoach"-System auf dem Markt, das neben Trainings-Apps auch vernetzungsfähige Bälle, Geräte und Sportausrüstung umfasst, legte im August nach - und kaufte für 220 Millionen Euro den App-Anbieter Runtastic.

Nike, das mit seinem Sport Kit und dem Fuel Band zu den Pionieren im digitalen Bereich gehört, hat seine Strategie mittlerweile geändert. Statt auf eigene Hardware wie einst das Fuel Band setzt Nike mittlerweile auf Kooperationspartner Apple Börsen-Chart zeigen und dessen Apple Watch. Und versucht, seine Apps durch Kooperationen wie etwas mit Spotify von der Konkurrenz abzuheben.

Entsprechend unterschiedlich ist der Erfolg: Platzhirsch ist Under Armour. Der Sportartikelhersteller aus Baltimore hat mit seinen Apps aktuell nach eigenen Angaben rund 160 Millionen registrierte Kunden. Adidas Runtastic kommt mit 80 Millionen registrierten Nutzern gerade mal auf die Hälfte. Und bei Nike, die ihre Nikeplus-Community im Juni 2014 zuletzt auf 30 Millionen Nutzer bezifferten, dürfte die Zahl noch deutlich darunter liegen.

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