Montag, 18. Juni 2018

"Wall Street Journal" Meg Whitman muss Hewlett-Packard aufspalten

Nach der Aufspaltung soll HP-Chefin Meg Whitman den bislang lukrativeren Bereich Hardware für Geschäftskunden und Dienstleistungen führen, heißt es

Erneut spaltet sich auf Drängen von Investoren ein US-Konzern auf. Nach Ebay wird auch das krisengeplagte Technologie-Unternehmen Hewlett-Packard diesen Weg gehen, um profitabler zu werden.

New York - Der in Kalifornien ansässige Konzern Hewlett-Packard (HP) will das PC- und Drucker-Geschäft in einem Bereich zusammenfassen. In einer zweiten Firma sollen die Hardware-Aktivitäten für Geschäftskunden und Dienstleistungen gebündelt werden, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) am Sonntagabend. Die Aufspaltung werde für das kommende Jahr angepeilt.

Hewlett-Packard wolle den Schritt, der bereits seit längerem erwogen worden sei, bereits am Montag ankündigen. Ein HP-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. HP-Chefin Meg Whitman solle später das Unternehmensgeschäft führen, berichtete das Blatt weiter. Die Leitung des PC- und Drucker-Herstellers solle der HP-Manager Dion Weisler dann übernehmen.

Hewlett-Packard würde damit einer Forderung vieler Investoren und Analysten folgen. Sie hatten in der Vergangenheit wiederholt eine Aufspaltung oder einen Verkauf der PC-Sparte gefordert. Damit könnte sich Hewlett-Packard auf profitablere Aktivitäten wie Computerserver und Datenspeicher für Firmen konzentrieren.

Der ehemalige HP-Chef Leo Apotheker hatte bereits vor gut drei Jahren dafür plädiert, den PC-Bereich abzuspalten. Die Überlegungen wurden aber wieder verworfen. Erst Ende September hatte der US-Onlinehändler Ebay auf Druck von Investoren angekündigt, seinen Bezahlservice Paypal in ein eigenständiges Unternehmen auszugliedern und an die Börse zu bringen.

Wie zum Trotz wuchs das PC-Geschäft von HP zuletzt wieder

Das PC-Geschäft von HP, das viele Jahre schwächelte und Rivalen wie Dell zu einem Sanierungsfall machte, wuchs allerdings zuletzt wieder unerwartet deutlich. Verbraucher und Unternehmen ersetzten ihre in die Jahre gekommenen Geräte. In der PC-Sparte gab es im dritten Quartal ein Umsatzplus von 12 Prozent. In den anderen Bereichen des US-Konzerns lief es dagegen weniger rund, so dass insgesamt die Erlöse nur um ein Prozent auf 27,2 Milliarden Dollar kletterten. Der Gewinn erhöhte sich geringfügig auf 1,7 Milliarden Dollar.

HP beschäftigt weltweit mehr als 300.000 Mitarbeiter. In diesem Jahr dürfte der Umsatz des 1939 gegründeten Unternehmens bei rund 112 Milliarden Dollar liegen. Im Mai hatte HP angekündigt, bis zu 16.000 weitere Stellen abzubauen.

rei/rtr

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