Dienstag, 28. Juni 2016

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mm-Grafik am Mittag Steile Prognose für 3D-Drucker

Der 3D-Drucker-Spezialist SLM schafft den ersten klassischen Börsengang des Jahres in Deutschland. Dass die Firma 15-mal so hoch bewertet wird wie ihr Jahresumsatz, gilt schon fast als Enttäuschung - gemessen an den hohen Erwartungen in die neue Technik.


Hamburg - 3D-Druckern gehört die Zukunft. Der Technik, Computermodelle in verschiedenen Materialien dreidimensional auszudrucken, wird ein enormes Marktwachstum zugetraut, wie die Grafik von Statista zeigt. Der Analysedienst Canalys rechnet für dieses Jahr mit 50 Prozent Wachstum, bis 2018 mit einer weiteren Verdreifachung des Umsatzes.

3D-Druck gilt neben Big Data, Robotik und der Vernetzung von Produktionsanlagen als ein Träger einer neuen industriellen Revolution, weil Dinge flexibler dezentral und nach individuellem Bedarf produziert werden können. Noch wird die Technik vor allem für Gimmicks genutzt, es gibt aber durchaus ernsthafte industrielle Anwendungen. Die Pläne gehen bis zum Drucken von Lebensmitteln.

Die Lübecker Firma SLM Solutions, in der Metallbranche zu Hause, hat das Thema 3D-Druck bis an die Börse getragen. Bei der ersten klassischen Aktienemission des Jahres in Deutschland erreichte sie einen Erlös von 180 Millionen Euro, insgesamt beläuft sich der Börsenwert des Unternehmens auf 320 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2013 erzielte die 80-Mitarbeiter-Firma einen Umsatz von 21,6 Millionen Euro.

Dennoch liegt der Platzierungspreis nur am unteren Ende der geplanten Spanne. Die Altaktionäre blieben auf einem Teil der angebotenen Papiere sitzen. Aber wenn die Experten von Canalys mit ihrer Prognose Recht behalten, könnte sich das Investment lohnen.

Im vergangenen Jahr zahlte US-Anbieter Stratasys bereits 400 Millionen Dollar, um die Hacker-Firma Makerbot zu übernehmen. Die Firma kommt auf eine Marktkapitalisierung von drei Milliarden Euro. Zum Jahreswechsel waren es sogar fünf Milliarden, fast 30-mal der Umsatz von 2012. Und Pionier 3D Systems hat mit etlichen Übernahmen von sich reden gemacht. Dort kannte die Euphorie noch größere Höhen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie jedoch die Hälfte an Wert eingebüßt. Das Wachstumstempo aber stimmt schonmal.


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