Montag, 26. September 2016

Telekom-Tochter Wahrscheinlichkeit für Komplettverkauf von Scout24 steigt wieder

Scout24: EQT ist wieder eingestiegen - und an einer Komplettübernahme der Telekom-Tochter interessiert

Neue Wende im Bieterwettkampf um die Scout24-Gruppe: Der Finanzinvestor EQT ist - nachdem er aus dem Prozess in der vorausgegangenen Runde ausgestiegen war - wieder mit im Rennen. Auch ein Komplettverkauf der Telekom-Tochter ist möglich.

Hamburg - Das schwedische Private-Equity-Unternehmen habe ein Angebot für eine 100-Prozent-Übernahme unterbreitet, wie mehrere mit der Situation vertraute Personen berichten. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Mutterkonzern Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen das Internet-Portal Scout24 doch noch komplett verkaufen könnte.

Neben EQT sind derzeit noch vier weitere Finanzinvestoren, Apax Partners, TPG Capital, Hellman & Friedman und Silver Lake, in dem Bieterverfahren verblieben. Sie hatten in der letzten Runde allerdings nur Angebote für eine 30-Prozent-Beteiligung unterbreitet.

Der Vorstoß von EQT kommt daher überraschend. Die Schweden seien bereit, für das Scout24-Geschäft viel Geld in die Hand zu nehmen, heißt es in der Branche. Man sei von dem Geschäftsmodell sehr überzeugt.

Laut Schätzungen setzte die Scout24-Gruppe zuletzt 350 Millionen Euro um, bei einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 80 Millionen. Als Kaufpreis für die gesamte Gruppe hatte die Telekom zunächst rund zwei Milliarden Euro veranschlagt, ist aber zuletzt von der Forderung - immerhin ein 25-Faches des Jahresgewinns - offenbar abgerückt.

Partner müssen Geld und Ideen mitbringen

Die Telekom hatte bereits Ende 2012 das Geschäft mit online Immobilien- und Auto-Inseraten zur Disposition gestellt, die Begierde nach der Scout24-Gruppe ist seither groß. Auch der Medienkonzern Springer hatte starkes Interesse bekundet, sich aber zuletzt aufgrund unterschiedlicher Preisvorstellungen aus dem Verfahren verabschiedet.

Potenzielle Partner der Telekom müssen indes nicht nur viel Geld mitbringen, sondern auch Vorschläge unterbreiten, wie das Geschäft gemeinsam weiter entwickelt werden kann. Auch die Bereitschaft, sich an weiteren Digital-Geschäften wie etwa der Payment-Tochter Click & Buy zu beteiligen, spiele im Ausleseprozess eine Rolle, heißt es.

Die endgültigen Angebote für die Scout24-Gruppe werden für Ende Oktober erwartet. Ein Telekom-Sprecher wollte sich zu der Zahl der verbliebenen Bieter nicht äußern und sagte lediglich, die strategische Überprüfung der Scout-Gruppe laufe noch. Eine Sprecherin für EQT den Sachverhalt nicht kommentieren.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH