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27.02.2013
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Nach mm-Exklusivbericht
Vodafone lässt die Finger von Kabel Deutschland

Passt nicht: Vodafone will sich nicht in eine öffentliche Übernahmeschlacht um Kabel Deutschland verwickeln lassen
DPA

Passt nicht: Vodafone will sich nicht in eine öffentliche Übernahmeschlacht um Kabel Deutschland verwickeln lassen

Vodafone scheut eine öffentliche Übernahmeschlacht um den Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland. Nach der Exklusiv-Berichterstattung von manager magazin über den geplanten Deal stellt der Mobilfunk-Riese das Geschäft offenbar zurück.

London/Barcelona - Der britische Mobilfunkriese Vodafone hat Kreisen zufolgesein Interesse am Kabelnetz-Betreiber Kabel Deutschland vorerst zurückgestellt. Das Bekanntwerden der Absichten habe die internen Überlegungen zu sehr erschwert, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am späten Dienstag unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Vodafone Chart zeigen habe den größten deutschen Kabelnetz-Betreiber ursprünglich nach der Vorlage von dessen aktuellen Zahlen vergangene Woche kontaktieren wollen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Jetzt gebe es keinen konkreten Zeitplan mehr. Ein Vodafone-Sprecher wollte sich zu einem möglichen Kauf von Kabel Deutschland Chart zeigen nicht äußern.

Das "manager magazin" hatte Mitte Februar berichtet, ein durchgerechneter Geschäftsplan für die Übernahme von Kabel Deutschland liege bereits bei Vodafone-Chef Vittorio Colao zur Abstimmung. Zugleich hieß es auch in der "Financial Times", es sei noch keine Entscheidung getroffen worden. Vodafone sprach von Marktgerüchten, die das Unternehmen nicht kommentieren werde.

Unternehmenswert stieg nach manager-magazin-Bericht

Im MDax Chart zeigen brachen die Aktien von Kabel Deutschland um 4,7 Prozent ein. Händler begründeten dies mit einem möglichen Aus für die geplante Übernahme durch Vodafone.

Die Aktie von Kabel Deutschland hatte sich mit den Medienberichten von knapp 64 auf fast 70 Euro verteuert. Das Unternehmen war damit an der Börse über 6,1 Milliarden Euro wert. Die Aktien befinden sich im Streubesitz, was eine Übernahme komplizierter macht. Größter Aktionär ist der Finanzinvestor Blackrock mit rund 10 Prozent. Kabel Deutschland ist der größte deutsche Kabelnetzbetreiber mit rund 8,5 Millionen Kundenhaushalten. Der Umsatz erreichte im vergangenen Geschäftsjahr 1,7 Milliarden Euro.

Vodafone-Chef Vittorio Colao bekräftigte erst am Montag beim Mobile World Congress in Barcelona, sein Konzern wolle Kunden europaweit kombinierte Telekommunikations-, Internet- und Fernsehdienste anbieten - zusammen mit Partnern oder im Alleingang.

Vodafone und Kabel Deutschland sind bereits direkte Konkurrenten. Der britische Telekom-Konzern bietet im Dienst Vodafone TV auch Fernsehen übers Internet an. Das Angebot hat rund 150.000 Nutzer. Kabel Deutschland versorgt Nutzer auch mit schnellen Internetzugängen und Telefonanschlüssen und hat in diesem Bereich rund 1,8 Millionen Kunden. Wegen der Wettbewerbslage wäre es nicht ausgeschlossen, dass ein Zusammenschluss auf Widerstand der Kartellwächtern stoßen würde.

Den Plan zur Übernahme von Kabel Deutschland arbeitete laut "manager magazin" Vodafone-Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum zusammen mit dem Strategievorstand des Mobilfunkriesen, Warren Finegold, aus. Schulte-Bockums Vorgänger Fritz Joussen soll den Kabelnetz-Betreiber bereits 2008 ins Visier genommen haben. Colao habe die Pläne damals aber wegen hoher Kosten gestoppt.

nis/dpa-afx

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