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19.02.2013
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Tele-Columbus-Übernahme
Kabel Deutschland scheitert am Kartellamt

Zentrale des Fernsehkabelkonzerns Kabel Deutschland in Unterföhring bei München: Zukauf des Konkurrenten Tele Columbus offenbar vom Tisch
DPA

Zentrale des Fernsehkabelkonzerns Kabel Deutschland in Unterföhring bei München: Zukauf des Konkurrenten Tele Columbus offenbar vom Tisch

Ende eines Übernahmekampfs: Kabel Deutschland wird den Konkurrenten Tele Columbus nicht kaufen. Das Kartellamt hat die Pläne des Kabelnetzbetreibers durchkreuzt. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Kabel Deutschland selbst zum Ziel einer Übernahme werden könnte.

München - Die Übernahme von Tele Columbus durch Kabel Deutschland ist geplatzt: Das Bundeskartellamt werde die Transaktion wohl untersagen, teilten die Unterföhringer am späten Montagabend mit. Das Unternehmen werde nun den Fokus auf Wachstum ohne Übernahmen legen.

Ob die Gesellschaft tatsächlich weiterhin eigenständig auf eigenes Wachstum setzen kann, ist allerdings noch nicht ausgemacht. Erst vor wenigen Tagen berichtete das manager magazin über das Interesse des weltgrößten Mobilfunkers Vodafone Chart zeigen an Kabel Deutschland. Die Briten haben offenbar bereits die Übernahme des deutschen Unternehmens durchgespielt.

Hintergrund für den jetzt geplatzten Zukauf von Tele Columbus durch Kabel Deutschland ist offenbar eine Auseinandersetzung mit dem Kartellamt über die Marktmacht von Kabel Deutschland in Ostdeutschland; das Unternehmen ist überwiegend in Berlin und den neuen Bundesländern vertreten. Den Kartellbeamten wäre das fusionierte Unternehmen in dieser Gegend der Bundesrepublik zu stark. Der Wettbewerb könnte leiden, teilten die Kartellwächter mit.

Kabel Deutschland hatte der Kartellbehörde deshalb den Verkauf von Tele-Columbus-Netzen in Berlin, Dresden und Cottbus angeboten, um die Übernahme insgesamt zu retten. Mit diesem Schritt wäre die ursprüngliche Größenordnung der Transaktion von rund 2,1 Millionen angeschlossenen Haushalten um rund ein Fünftel reduziert worden. Das Bundeskartellamt fordere allerdingd, dass Kabel Deutschland fast 60 Prozent der zu erwerbenden Netze in Ostdeutschland veräußere. Diese Forderung sei aber wirtschaftlich nicht vertretbar, hat nun wohl Kabel Deutschland für sich entschieden.

"Wir bedauern, dass das Bundeskartellamt trotz unserer umfangreichen Zusagen, mit denen wir bis an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen sind, an seinen Bedenken festhält", sagte Kabel-Chef Adrian von Hammerstein

Kabel Deutschland hatte die Übernahme von Tele Columbus im Mai 2012 angekündigt und wollte mit dem Zukauf den Rivalen Unitymedia Kabel BW in dessen Verbreitungsgebiet angreifen. Bislang machen sich die TV-Kabelnetzbetreiber Unitymedia Kabel BW und Kabel Deutschland keine direkte Konkurrenz.

Der Kaufpreis für Tele Columbus lag bei gut 600 Millionen Euro. Tele Columbus versorgt rund 1,7 Millionen Kunden mit Kabelanschluss.

kst/dpa-afx/rtr

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