Samstag, 18. November 2017

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Unterhaltungselektronik Sonys Endspiel

Sony: Wie die Japaner den Games-Markt aufrollten
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REUTERS

Sony will mit der "Playstation 4" das Comeback schaffen. Der Unterhaltungsriese hat eine lange Erfolgsstory, doch der Games-Markt hat sich verändert. Eine neue Chance liegt in China.

Hamburg - Als Kazuo Hirai im April 2012 den Posten als Chef von Sony antrat, bekam er von dem unternehmenseigenen Designcenter einen dicken Katalog: Darin waren 200 neue Produktideen, sagte Hirai in einem Interview im vergangenen Sommer. Die Botschaft: Sony steckt immer noch voller Kreativität, niemand solle den Konzern vorschnell abschreiben.

Doch gerade das haben Marktbeobachter dem Unternehmen in den vergangenen Monaten vorgeworfen: Sony habe es verlernt, exzellente Produkte auf den Markt zu bringen. In vielen Bereichen läuft Sony Wettbewerbern wie Samsung Börsen-Chart zeigen oder Apple Börsen-Chart zeigen hinterher.

Das könnte sich nun ändern: Am 20. Februar will das Unternehmen den Beweis antreten, dass es noch in der Lage ist, neue Maßstäbe zu setzen. Sony hat zu einem Event in New York geladen. Offiziell ist noch unklar, welches Produkt dort eigentlich der Weltöffentlichkeit vorgestellt werden soll. Doch seither brodelt es in der Gerüchteküche.

Beobachter sind sich weitgehend einig: Das Unternehmen wird dort erstmals die von vielen Gamern sehnsüchtig erwartete "Playstation 4" vorstellen. Die aktuelle Spielekonsole "Playstation 3" gehört zu den wichtigsten Produkten des Konzerns im Bereich Unterhaltungselektronik und hat sich weltweit über 75 Millionen Mal verkauft.

Signale aus China

Zudem kommt neue Hoffnung für Sony aus China. Offenbar erwägt die chinesische Regierung, das Verbot von Videospielkonsolen aufzuheben. Die Zeitung China Daily berichtete über den Sinneswandel und berief sich dabei auf einen Mitarbeiter des Ministeriums für Kultur. Später ließ das Ministerium den Bericht offiziell dementieren. Doch ob das tatsächlich das Aus für eine Reform bedeutet, ist zweifelhaft. Denn konsequent ist die Gesetzgebung nicht. So sind Online- oder Mobilspiele nicht verboten und in China durchaus beliebt.

Das Verbot von Videospielkonsolen hatte China im Jahr 2000 erlassen. Offiziell begründete die chinesische Regierung das Gesetz damit, dass sie die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern schützen wolle. Die drei großen Hersteller Sony, Nintendo Börsen-Chart zeigen und Microsoft Börsen-Chart zeigen lassen ihre Konsolen in China fertigen - bis heute sind die Konsolen dort aber nicht offiziell erhältlich, sondern nur über den Schwarzmarkt.

Das Potenzial des chinesischen Marktes ist beträchtlich. Laut einer Studie des chinesischen Marktforschungsinstituts Sino Market Insight ist der Gaming Markt im Jahr 2012 um über 35 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar gewachsen. Onlinespiele machen fast 95 Prozent der Umsätze aus. Bislang dominieren einheimische Unternehmen wie Tencent, Changyou oder Duowan das Feld. Die Experten des Marktforschungsinstituts gehen von einem jährlichen Wachstum von über 12 Prozent aus: Bis zum Jahr 2017 könnte der chinesische Markt bei einem Umsatz von fast 22 Milliarden Dollar liegen.

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