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07.02.2013
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Smartphone-Markt
Telekom will Apple-Google-Duopol knacken

Von Kristian Klooß

Smartphones: Auf dem Handymarkt dominieren die Betriebssysteme von Apple und Google
DPA

Smartphones: Auf dem Handymarkt dominieren die Betriebssysteme von Apple und Google

Ein halbes Dutzend Telekomkonzerne will dem Mobilbetriebssystem-Duopol von Apple und Google ein Ende bereiten. Dazu kooperieren sie mit der Mozilla-Stiftung, die ihren Firefox-Browser zu einem Betriebssystem ausbauen will. Allen voran die Deutsche Telekom und Telefonica.

Hamburg - Die Mozilla-Stiftung gehört zu den prägenden Kräften des Internets. Weltweit surft jeder Fünfte per Firefox durchs Netz, in Deutschland hat der Mozilla-Browser fast doppelt so viele Nutzer. Nur im mobilen Internet auf Smartphones und Tablets lief es in den vergangenen Jahren mehr schlecht als recht für das Open-Source-Projekt.

So ist der Firefox-Browser auf Apples iPad und iPhone wegen strikter Programmierauflagen des US-Konzerns bis heute nicht verfügbar. Und Google - einst wichtigster Verbündeter und Finanzier im Kampf gegen den Microsoft-Browser Explorer - optimiert seine Geschäfte seit 2008 lieber für seine eigenen Produkte: den Browser Chrome und das Smartphone-Betriebssystem Android.

Die Zahlen sprechen für sich: Android-Geräte dominieren nach Berechnungen der Marktforscher von IDC mit rund 68,3 Prozent den globalen Smartphone-Markt, gefolgt von Apples iOS betriebenen iPhones mit 18,8 Prozent. Konkurrierende Betriebssysteme wie Microsofts Windows, das BlackBerry-System oder Nokias Symbian wurden praktisch pulverisiert.

HTML5 soll den Durchbruch bringen

Dass dieses Duopol aufbricht, daran haben weder Google Chart zeigen noch Apple Chart zeigen ein Interesse. Anders die Mozilla-Stiftung und ihr geschäftlicher Ableger: die Mozilla-Corporation. Deren CEO Gary Kovacs wird nicht müde zu betonen, dass er den Status quo aufbrechen will - und zwar im Sinne der Mozilla-Mission eines offenen Internets, das Innovationen und Alternativen für Nutzer und Entwickler fördert. Die Konsequenz: Kovacs und Kollegen stehen kurz davor, ein eigenes Betriebssystem namens Firefox OS in den Markt einzuführen.

  • Ähnlich wie Android, soll Firefox OS auf dem freien Betriebssystem Linux aufbauen, was Geld spart.

  • Anders als bisherige mobile Betriebssysteme setzt Firefox OS jedoch im Wesentlichen auf die Websprache HTML5 auf, die es Entwicklern ermöglicht, Apps plattformübergreifend zu programmieren.

  • Anders als bei iOS, Android oder Windows, die auf betriebssystemspezifische Apps setzen, unterstützt Firefox OS neben lokalen auf dem Gerät befindlichen Apps (z. B. für Telefonfunktion und Nachrichtenversand) auch Web-Apps, die per Datenverbindung auf Servern im Internet abgerufen werden können.

Kurzum, Firefox OS soll es Geräteherstellern und Mobilfunknetzbetreibern ermöglichen, ihre Geräte unabhängiger von Ökosystemanbietern wie Apple Chart zeigen, Google Chart zeigen oder Microsoft Chart zeigen zu konfigurieren. "Ökosystem-Anbieter und Telekom-Provider können so wieder mehr Kontrolle erlangen, da durch die Offenheit des Systems die Rahmenbedingungen nicht mehr diktiert werden und sie somit einen besseren Einfluss nehmen können", sagt Boris Schmidt, Geschäftsführer des Deutschen Verbands für Telekommunikation und Medien (DVTM).

Dass vor diesem Hintergrund auch die großen Spieler im Markt längst mehr als nur Interesse an dem Projekt haben, ist kaum verwunderlich. Es gebe mit Android und iOS derzeit zwei dominierende Ökosysteme, sagt Christoph Schmitz, im Produktmanagement der Deutschen Telekom als Head of Software Integration mitverantwortlich für die Mozilla-Kooperation. "Diese Betriebssysteme haben gemeinsam, dass sie als geschlossene Welten konzipiert sind." Weder die Nutzer noch die Netzbetreiber könnten daher autonome Entscheidungen über die genutzten Dienste treffen, sondern seien an vorgegebene Strukturen gebunden.

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