01.02.2013
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Medienkonzern
Bertelsmann will Springer Science - aber nicht alleine für sich

Von Klaus Boldt

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe: Der Wissenschaftsverlag SSBM passt in die Wachstumspläne des Konzernchefs
DPA

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe: Der Wissenschaftsverlag SSBM passt in die Wachstumspläne des Konzernchefs

Der von Wachstumssorgen geplagte Medienkonzern Bertelsmann hat seine Bemühungen um eine Übernahme des Wissenschaftsverlags Springer Science + Business Media verstärkt. Das Verlagsgeschäft, zu dem Gruner + Jahr gehört, wird dagegen miniaturisiert.

Gütersloh - Bertelsmann verstärkt seine Bemühungen um Springer Science + Business Media (SSBM): Wie es heisst, soll der Erlös aus dem gestern angekündigten, doch bereits seit dem vergangenen Sommer (siehe Manager Magazin 9/12) erwarteten Teilrückzug aus der RTL Group zu einem nicht kleinen Teil in das neue Geschäftsfeld Bildung investiert werden. Bertelsmann will seinen Anteil an seiner wichtigsten Konzernsparte von 92,3 auf 75 Prozent senken und verspricht sich davon eine Einnahme von rund zwei Milliarden Euro.

Die im Luxemburger Handelsregister eingetragene, jedoch von ihrem Berliner Hauptsitz aus operierende SSBM-Gruppe befindet sich seit einigen Jahren im Besitz des schwedischen Finanzinvestors EQT und des singapurischen Staatsfonds GIC. Bis zu vier Milliarden Euro erhoffen sich die Eigentümer von einem Verkauf.

Auch ein Börsengang von SSBM wird ins Auge gefasst, je nachdem, was die größere Ausbeute verspricht. Goldman Sachs und JP Morgan, mit Beratungsmandaten versehen, führen zur Zeit informelle Gespräche mit potentiellen SSBM-Investoren.

Bertelsmann, nicht finanzstark genug, aber auch nicht willens, um eine SSBM-Übernahme auf eigene Kosten zu bewerkstelligen, hat sich angeblich der Beihilfe dreier Finanzinvestoren versichert. Man strebe, heisst es, ein ähnliches Beteiligungsmodell an wie bei dem Musikrechteverlag BMG Rights Management, den Bertelsmann gemeinsam mit dem US-Investor KKR betreibt, der zur Zeit 51 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen hält.

Bertelsmann wäre mit 70 Prozent zufrieden

Auch bei SSBM will Bertelsmann-Chef Thomas Rabe (47) nicht den Alleinbesitz. Wie es in Gütersloh heisst, reichten ihm 70 Prozent durchaus. Hauptsache, das Neugeschäft lasse sich voll konsolidieren.

SSBM befand sich zwischen 1999 und 2003 bereits einmal im Besitz von Bertelsmann, firmierte unter dem Namen Bertelsmann-Springer, musste aber aufgrund von Geldnot verkauft werden. Später wurde die Fachverlagsgruppe von seinen Private-Equity-Eignern mit dem niederländischen Wissenschaftsverlag Kluwer Academic Publishers zusammengelegt. Das Unternehmen setzt rund 900 Millionen Euro um und ist mit einer EBITDA-Rendite von rund 35 Prozent ausgesprochen profitabel - allerdings mit zwei Milliarden Euro auch hochverschuldet.

Verlagsgeschäft soll verkleinert werden

Unterdes setzt Bertelsmann seine Planungen fort, das eigene, als wenig zukunftsträchtig betrachtete Verlagsgeschäft zu verkleinern: Nachdem Gruner+ Jahr ("Stern", "Geo") seine Wirtschaftspresse ("Financial Times Deutschland") weitgehend eingestellt hat, soll nun der Auslandsbesitz miniaturisiert werden. Die Zeitschriftentitel in Spanien stehen ebenso zum Verkauf wie Bestandteile der französischen Tochterfirma Prisma Presse.

In Deutschland will sich G+J freilich auch gerne vergrößern: Man spreche seit zwei, drei Wochen wieder mit Vertretern der "Huffington Post", die für ihre Gratis-Website einen Betreiber in Deutschland suchen.

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