31.01.2013
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RTL-Anteil
Bertelsmann verkauft Tafelsilber

Von Klaus Boldt

RTL: Mit einem Teilverkauf der Anteile könnte Bertelsmann die Kapitalkraft stärken
ddp

RTL: Mit einem Teilverkauf der Anteile könnte Bertelsmann die Kapitalkraft stärken

Der Medienkonzern Bertelsmann erwägt, einen Anteil an Europas größter Sendergruppe RTL zu versilbern. Man will jedoch eine Mehrheit von etwa 75 Prozent an dem mit Abstand wichtigsten Geschäftsbereich behalten. Die Gründe für die Verkaufspläne liegen im notorischen Geldmangel der Westfalen.

Gütersloh - Bertelsmann könne seine RTL-Beteiligung von derzeit 92,3 Prozent reduzieren, wolle aber in jedem Fall eine Mehrheit von etwa 75 Prozent behalten, teilten die Luxemburger RTL und der Gütersloher Bertelsmann-Konzern am Donnerstag mit. Der Schritt kommt nicht überraschend: manager magazin hatte bereits im August 2012 von einem solchen Vorhaben berichtet.

Die weitere Vorgehensweise hänge von zahlreichen Faktoren ab, darunter auch von günstigen Bedingungen am Kapitalmarkt. "Daher kann es keine Sicherheit geben, ob, wann oder unter welchen Bedingungen Bertelsmann einen Teil seines Anteils an RTL anbieten wird", hieß es in der offiziellen Bekanntmachung.

Bertelsmann erklärte, etwaige Erlöse aus dem Verkauf "würden flexibel in neue strategische Wachstumsgeschäfte investiert". Der Bertelsmann-Vorstand habe bislang allerdings keine endgültige Entscheidung getroffen, ob überhaupt Anteile der RTL Group veräußert werden sollen.

Die RTL Group ist mit einem Umsatz von 5,8 Milliarden Euro und einem Operating Ebit von 1,1 Milliarden Euro der mit Abstand wichtigste Geschäftsbereich von Bertelsmann. 38,2 Prozent der Einnahmen entfallen auf die TV- und Radiotochter, beim Gewinn sind es weit über 50 Prozent.

Hohe Schulden drücken, Börsengang hat sich zerschlagen

Die Gründe für den Anteilsverkauf sind im notorischen Geldmangel der Westfalen zu finden. Bertelsmann (Umsatz 2011: 15,3 Milliarden Euro) leidet seit Jahren unter seiner fehlenden Kapitalkraft. Sie hat ihren Grund vor allem in der hohen Verschuldung und der Wachstumsschwäche wichtiger Unternehmensbereiche wie etwa Gruner+Jahr (u.a. "Stern", "Geo") hat.

Ein Börsengang, den Konzernchef Thomas Rabe zwecks Kapitalbeschaffung für das Jahr 2013 ins Auge gefasst hatte und dessentwillen sogar eine Änderung der Rechtsform in eine SE & Co. KGaA herbeigeführt worden war, hatte sich im Sommer zerschlagen: Die Eigentümerfamilie Mohn möchte keine fremden Aktionäre in die Dachgesellschaft aufnehmen.

Um dennoch "externe Wachstumschancen auch in großen Dimensionen wahrnehmen" (Rabe) zu können, werden seit geraumer Zeit andere Finanzierungswege geprüft wie der Verkauf von Firmenanteilen beziehungsweise die Aufnahme von Partnern bei den einzelnen Divisionen.

Fusion der Buchverlage soll frisches Geld für Digitalisierung bringen

Erst im Oktober 2012 hatten Bertelsmann und das britische Verlagshaus Pearson beschlossen, ihre Buchverlage - Random House und Penguin Books - unter der Führung von Bertelsmann (53 Prozent) zusammenzulegen. Mit dem erhofften Erlös von rund zwei Milliarden Euro will Bertelsmann die Digitalisierung der Geschäfte vorantreiben und so genannte "Wachstumsplattformen" besetzen wie das Bildungsgeschäft.

Die Westfalen sind beispielsweise an einer Übernahme des Wissenschaftsverlags Springer Science (Umsatz: knapp 900 Millionen Euro) interessiert, der allerdings zwischen drei und vier Milliarden Euro kosten würde. Auch die Position im Musikrechtegeschäft will Rabe verstärken. Bei BMG Rights Management plant der 51-Prozent-Partner KKR seinen Ausstieg. Bertelsmann will den eigenen Anteil von derzeit 49 Prozent ausbauen, um das Geschäft künftig voll konsolidieren zu können.

mit Material von dpa und reuters

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