Freitag, 28. August 2015

Chiphersteller Investoren sorgen sich um Intel-Pläne

Intel-Chef Paul Otellini: Der Konzern hat den Smartphone-Trend verschlafen und kann seine Chip-Marktführerschaft auf dem PC-Markt nicht mehr in bare Münze umwandeln

Nach schwachen Zahlen im Schlussquartal beunruhigt der scheidende Intel-Chef Otellini mit einem ebenso schwachen Ausblick. Die Aktionäre sorgen sich zudem, das Intel mit großen Investitionen gehörige Überkapazitäten aufbaut. Die Aktie verliert kräftig.

San Francisco - Der US-Chipkonzern Intel hat mit einem schwachen Ausblick und überraschend umfassenden Investitionsplänen enttäuscht. Im laufenden Jahr will Intel 13 Milliarden Dollar ausgeben und unter anderem in Zukunftstechnologien in der Produktion investieren - deutlich mehr als von Analysten erwartet.

Nach dem Umsatz- und Gewinnminus im Schlussquartal machte diese Ankündigung Anleger nervös. Intel Börsen-Chart zeigen sucht weiterhin nach einem Weg aus der Abhängigkeit vom weltweit schwächelnden PC-Geschäft. Die historische Allianz mit Microsoft, die eine fast komplette Abwesenheit auf dem rasant wachsenden Smartphone- und Tabletmarkt nach sich zog, entwickelt sich zur Bürde. Die Aktie von Intel gab in der Nacht zu Freitag mehr als 5 Prozent nach.

Intel verdiente und setzte im vierten Quartal weniger um als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Gewinn fiel um rund 26 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar und die Erlöse gaben knapp 3 Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar nach.

Für das laufende Vierteljahr stellt der Konzern Umsätze von 12,7 Milliarden Dollar plus oder minus 500 Millionen Dollar in Aussicht. Experten kalkulieren im Durchschnitt mit 12,91 Milliarden Dollar für diesen Zeitraum.

"Die Menschen flippen aus wegen ihrer Investitionen"

Doch die Zahlen standen diesmal bei Intel nicht im Mittelpunkt. "Die Menschen flippen aus wegen ihrer Investitionen", sagte Analystin Stacy Rasgon von Sanford C. Bernstein. Die Sorgen sei, dass zu viele Produktionsstätten errichtet würden und nachher die Nachfrage nicht ausreiche und dann Überkapazitäten entstünden.

Der scheidende Intel-Chef Paul Otellini versicherte, bei den Investitionen in innovative Technologien gehe es um langfristige Kostensenkungen. Otellini will Intel im März verlassen und in Pension gehen. Finanzchef Stacy Smith betonte: "Unser Hauptvorteil ist wirklich unsere Marktführerschaft in der Produktion."

Intel kann seine Stellung als Chip-Marktführer auf dem PC-Markt nicht mehr in bare Münze umwandeln: Die Allianz mit Microsoft Börsen-Chart zeigen, von Experten auch gern als Wintel bezeichnet, zahlt sich kaum noch aus. Den Smartphone-Trend hat Intel verschlafen, der Anteil von Intel-Chips in den modernen Allzweck-Waffen liegt bei unter einem Prozent - Konkurrenten wie Samsung Börsen-Chart zeigen , Qualcomm Börsen-Chart zeigen und Nvidia Börsen-Chart zeigen bestimmen den Markt. Auch die Windows 8-Einführung im Oktober brachte nicht den erhofften Schwung.

rei/rtr

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