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21.12.2012
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Trotz guter Bilanz
RIM-Aktionäre erschüttert von neuem Preismodell

RIM-Chef Heins: Kunden sollen nur dann noch Gebühren zahlen, wenn sie den Sicherheitsdienst dazu buchen
dapd

RIM-Chef Heins: Kunden sollen nur dann noch Gebühren zahlen, wenn sie den Sicherheitsdienst dazu buchen

Der Blackberry-Hersteller RIM hat seine Talfahrt gebremst und im abgelaufenen Quartal sogar einen kleinen Gewinn erwirtschaftet. Zunächst honorieren die Anleger die gute Bilanz, doch nach einer Ankündigung von Vorstandschef Thorsten Heins stürzt die Aktie ab.

Waterloo - Der angeschlagene Blackberry-Anbieter RIM ist durch das letzte Quartal vor dem Start seines großen Hoffnungsträgers mit einem blauen Auge gekommen. Unter dem Strich gab es nach hohen Verlusten sogar einen dünnen Gewinn von neun Millionen Dollar. Er entstand allerdings nur, weil eine Steuergutschrift den operativen Verlust von 212 Millionen Dollar mehr als ausglich.

Der Umsatz in dem am 1. Dezember abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal übertraf mit knapp 2,73 Milliarden Dollar sogar etwas die Erwartungen der Analysten. Verglichen mit dem Vorjahresquartal bedeutete das einen Einbruch von 47,2 Prozent. Gemessen am Vierteljahr direkt davor war das Minus mit 4,6 Prozent deutlich moderater.

Auch der Kundenabfluss war nicht so stark wie von einigen Marktbeobachtern befürchtet: Die Zahl der Blackberry-Kunden sank um eine Million auf 79 Millionen. Es war allerdings das erste Mal überhaupt, dass die Blackberry-Kundenbasis zurückging. RIM verkaufte im vergangenen Quartal rund 6,9 Millionen Blackberry-Smartphones und 255.000 Playbook-Tablets.

Die Investoren reagierten zunächst mit Erleichterung: Die RIM-Aktie sprang nachbörslich erst um gut 7 Prozent hoch. Aber dann verschreckte der aus Deutschland stammende Konzernchef Thorsten Heins die Anleger mit der Ankündigung eines neuen Service-Preismodells. Mit der Einführung des neuen Betriebssystems Blackberry 10 Ende Januar würden nur noch Kunden Gebühren bezahlen, die auf verbesserte Sicherheit Wert legten und diesen Dienst dazubuchten, sagte Heins.

Blackberry 10 soll Wende bringen

Die Gebühren, die große Kunden wie Unternehmen oder Behörden für den Zugriff auf das Blackberry-Netzwerk zahlen, machen rund ein Drittel des RIM-Geschäfts aus. Das neue Preismodell ließ bei Investoren die Sorge um diese wichtige Einnahmequelle aufkommen. Die Aktie drehte ins Minus und verlor am Ende nachbörslich fast 9 Prozent.

Heins will im Februar das Betriebssystem Blackberry 10 mit neuen Geräten auf den Markt bringen. Mit der mehrfach verzögerten Software verbindet RIM die Hoffnung, Anschluss an die erfolgreicheren Rivalen Samsung Chart zeigen und Apple Chart zeigen zu finden. Die neuen Smartphones würden derzeit von rund 150 Mobilfunkbetreibern getestet, sagte Heins. RIM hofft, mit dem neuen System auch Unternehmen und Behörden als Kunden zu behalten, die zuletzt immer häufiger unter anderem zu Apples iPhones wechselten.

Die Blackberrys von RIM (Research in Motion Chart zeigen) waren einst sehr populär, doch das kanadische Unternehmen ignorierte zu lange den Trend zu Touchscreens und war zu langsam bei der Weiterentwicklung der Software. Als Folge schmolzen die Marktanteile dahin. Zum Vergleich: Apple verkaufte auch im letzten Quartal vor dem Start des mit Spannung erwarteten iPhone 5 mehr als 26 Millionen seiner Smartphones, Samsung kommt auf mehr als 50 Millionen Computerhandys pro Vierteljahr.

Nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres steht RIM mit 744 Millionen Dollar in den roten Zahlen im Vergleich zu einem Gewinn von 1,29 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz sackte um 41 Prozent auf knapp 8,4 Milliarden Dollar ab.

mg/dpa

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