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19.12.2012
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Kosten-Nutzen-Vergleich
Wann sich IT-Freelancer für Firmen rechnen

Von Wilfried Eckl-Dorna

Freie Mitarbeiter in IT-Projekten sprechen oft unangenehme Wahrheiten aus
Corbis

Freie Mitarbeiter in IT-Projekten sprechen oft unangenehme Wahrheiten aus

Bereits ein Fünftel aller IT-Mitarbeiter in deutschen Großunternehmen arbeitet freiberuflich. Im Kosten-Nutzen-Vergleich liegen IT-Freelancer zwei Jahre lang vor Festangestellten, zeigt eine Studie. Doch es gibt Einschränkungen.

Hamburg - Der Plan mit dem einprägsamen Namen "Liquid" sorgte vor einigen Monaten in der IT-Branche für helle Aufregung. Um sich für die Zukunft zu wappnen, plane IBM einen Radikalumbau seiner deutschen Niederlassung, meldeten mehrere Medien im Februar. In den nächsten Jahren wolle IBM die Zahl freier Mitarbeiter stark erhöhen - und Teilschritte von IT-Projekte künftig auf Internetplattformen ausschreiben. Bis zu 8000 der insgesamt 20.000 Stellen in Deutschland könnten deshalb in den nächsten Jahren wegfallen, hieß es in den Berichten. IBM dementierte, und bislang ist von einer Umsetzung des Verflüssigungsplans noch nichts zu sehen.

Dass Unternehmen im IT-Bereich häufiger als früher auf freie Mitarbeiter zurückgreifen, bestreitet in der Branche jedoch niemand. Eine manager magazin online exklusiv vorliegende Studie sucht nach handfesten wirtschaftlichen Gründen für diese Entwicklung - und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.

So rechnet sich der Einsatz von IT-Freelancern bei zeitlich befristeten Projekten auch über einen längeren Zeitraum, heißt es in der Studie, die von der Fachhochschule Ludwigshafen im Rahmen einer Masterarbeit durchgeführt wurde. Im Kosten-Nutzen-Vergleich sind IT-Freelancer bis zu 25 Monate lang günstiger als die Einstellung neuer Festangestellter, haben die Studienautoren ermittelt. Zudem scheint die Faustregel, dass deutsche Unternehmen ein Zehntel ihrer IT-Aufgaben mit Selbständigen abdecken, nicht mehr zu gelten. Mittlerweile liegt der Anteil der IT-Freelancer bei 20 Prozent und damit doppelt so hoch.

Für die Studie wurden überwiegend Führungskräfte befragt, die in den letzten zwei Jahren in Unternehmen mit selbständigen und festangestellten IT-Mitarbeitern zusammengearbeitet haben. Ein Großteil der Befragten arbeitet in Dax-Konzernen, großen Familienunternehmen oder dem Mittelstand. Auftraggeber und Partner der Studie war das Unternehmen Etengo, das IT-Selbständige an Unternehmen vermittelt.

Selbstständige arbeiten sich schneller ein

Mit 98 Teilnehmern ist die Studie zwar nicht repräsentativ. Doch das war auch nicht das Hauptaugenmerk der Studie, erläutert Etengo-Chef Nikolaus Reuter. "Wir wollten eine Standortbestimmung haben ", sagt er. Dabei wagt sich die Studie in ein Gebiet vor, das wissenschaftlich als wenig erforscht gilt. Sie versucht, die Produktivität geistiger Arbeit zu messen und zu vergleichen.

Als produktiv gilt laut der Studie ein Mitarbeiter dann, wenn er eigenständig und ohne wesentliche Rückfragen seine Aufgaben erledigt - in gewünschter Qualität und in vorgegebener Zeit. Bei zeitlich begrenzten IT-Projekten - und um diese ging es in der Studie - starten selbstständige IT-Fachleute deutlich schneller als Festangestellte. Zwei Drittel der befragten Manager gaben an, dass Freelancer deutlich früher produktiv werden als Festangestellte, sich also schneller in die Materie einarbeiten.

Während Festangestellte gut drei Monate brauchen, bis sie richtig loslegen, ist es bei Selbständigen nur ein Monat. Das hänge damit zusammen, dass Freelancer mehr Übung beim Starten neuer Projekte haben, meint Reuter. "Selbstständige sind stärker daran gewöhnt, sich in neue Sachverhalte einzuarbeiten. Sie haben einen Vorteil, weil sie das viel öfter tun", sagt er.

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