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13.11.2012
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Traditionsblatt
Frankfurter Rundschau ist insolvent

Formatwechsel und Sparrunden waren vergeblich: Die "Frankfurter Rundschau" ist pleite
DPA

Formatwechsel und Sparrunden waren vergeblich: Die "Frankfurter Rundschau" ist pleite

Seit Jahren schreibt die linksliberale Tageszeitung Verluste, nun droht der traditionsreichen "Frankfurter Rundschau" das Aus. Der Verlag hat einen Insolvenzantrag gestellt. Andere Printmedien steigen komplett auf das Internet um.

Frankfurt/Main - Das Amtsgericht in Frankfurt/Main bestätigte, dass ein Antrag gestellt wurde. Zuvor hatten "Spiegel Online" und die "Financial Times Deutschland" darüber berichtet. Am frühen Nachmittag sind sowohl in Frankfurt als auch in Berlin Mitarbeiterversammlungen angesetzt.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist der Rechtsanwalt Frank Schmitt von der Kanzlei Schultze & Braun bestellt worden. Die "Frankfurter Rundschau" leidet wie viele Printmedien unter sinkenden Anzeigeneinnahmen und hat schon mehrere Sparrunden hinter sich.

Im Jahr 2004 hatte die DDVG 90 Prozent der Anteile am "Druck- und Verlagshaus Frankfurt a. Main GmbH" übernommen und damit die "Frankfurter Rundschau" (FR) vor der Pleite bewahrt. 2006 stieg MDS ein und übernahm mit 50 Prozent plus einem Anteil die Mehrheit. Bei MDS erscheinen auch "Kölner Stadt-Anzeiger", "Kölnische Rundschau", "Berliner Zeitung" und "Mitteldeutsche Zeitung" sowie die Boulevardzeitungen "Express", "Hamburger Morgenpost" und "Berliner Kurier" mit einer täglichen Auflage von gut einer Million.

Die FR hatte 2001 noch eine Auflage von 190.000, geriet dann aber in die Krise. MDS stellte sie 2007 auf das Tabloid-Format um und stabilisierte die Auflage bei 150.000. Die FR machte aber weiter Verluste. Seit 2011 wurde deshalb der Mantel von der MDS-Redaktionsgemeinschaft in Berlin produziert, zusammen mit dem Mantel der "Berliner Zeitung".

Zuletzt hatte die FR mit Arnd Festerling wieder einen eigenen Chefredakteur. Damit sollte sie auf ihrem lokalen Markt gestärkt werden. Zugleich gab es Überlegungen, sie zumindest in Norddeutschland komplett von einer Papier- auf eine Digitalzeitung umzustellen. Die Millionenverluste beschleunigten sich aber auch im laufenden Jahr.

Stadtmagazin "Prinz" verschwindet aus den Kiosken

Auch andere bekannte Printmedien tun sich schwer, eine Antwort auf die sinkenden Anzeigenerlöse zu finden. Das Stadtmagazin "Prinz" versucht sich nun als reines Internetmedium. Im Dezember erscheint das monatliche Szeneblatt zum letzten Mal als Printprodukt.

Der Jahreszeiten-Verlag will dafür das Internetangebot der Marke ausbauen, wie er heute in Hamburg ankündigte. Der Medienwandel verändere den Markt dieser Magazine fundamental, teilte der Geschäftsführer des Verlags (Jalag), Peter Rensmann, mit. Wurden im Herbst 2010 noch mehr als 180 000 Exemplare "Prinz" verkauft, waren es im Sommer dieses Jahres nur noch 150 000 (IVW).

Das Stadtmagazin ist 1986 in Bochum gegründet worden und gehört seit 1989 zum Jalag. Es gibt mehrere regionale Ausgaben. "Prinz" informiert über Partys, Events und andere Termine. Der Ableger "Prinz Top Guide" soll weiter als Printausgabe erscheinen.

wed/dpa-afx

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