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13.11.2012
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Schleppende Konjunktur
Bertelsmann verliert die Zuversicht

Einen steigenden Konzerngewinn für 2012 kann Bertelsmann "nicht mehr so vollmundig versprechen", sagt eine Sprecherin.
dapd

Einen steigenden Konzerngewinn für 2012 kann Bertelsmann "nicht mehr so vollmundig versprechen", sagt eine Sprecherin.

Eigentlich können sich die Zahlen des Medienriesen Bertelsmann sehen lassen. Der Konzern hat in den ersten neun Monaten Umsatz und Ergebnis gesteigert - trotz Konjunkturkrisen in Europa. Doch bei der Prognose für dieses Jahr gibt sich Bertelsmann vorsichtig.

Gütersloh/Luxemburg - Vorstandschef Thomas Rabe dämpfte heute die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Er rechne zwar mit einem moderaten Umsatzzuwachs und einem hohen operativen Ergebnis, aber: "Im Konzernergebnis werden sich Sondereffekte insbesondere aus dem Druck- und einigen Direktkundengeschäften sowie aus unseren Aktivitäten in Südeuropa niederschlagen."

Bisher hatten die Gütersloher für 2012 einen steigenden Konzerngewinn in Aussicht gestellt. "Das können wir nicht mehr so vollmundig versprechen", sagte eine Bertelsmann-Sprecherin heute. Einzelheiten nannte Rabe nicht.

Zu den Sondereffekten dürften aber Wertberichtigungen gehören. So leidet die Druckbranche vor allem in Südeuropa unter Überkapazitäten und der schwachen Konjunktur. Das drückt auch die Margen. Ein Beispiel für das problematische Direktkundengeschäft ist die Tochter Inmediaone, die auf den Vertrieb von Wissensmedien (Brockhaus, Bertelsmann Lexikothek) spezialisiert ist.

Doch in den ersten neun Monaten hat sich Europas führender Medienkonzern als wetterfest erwiesen. Wie Bertelsmann mitteilte, wuchs der Umsatz von Januar bis September um 5,7 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen legte um 5,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu. Der Nettogewinn kletterte auf 528 Millionen Euro (Vorjahr: 377 Mio Euro). Gute Zahlen lieferten vor allem das Buchgeschäft (Random House) und das Fernsehgeschäft (RTL Group).

Nächstes Ziel Wachstum

Rabe will Bertelsmann nach Jahren des Sparens wieder auf Wachstum trimmen. Auf der Agenda stehen etwa die Expansion in Schwellenländer, der Ausbau des digitalen Geschäfts, des Bildungsbereichs und des Musikrechtegeschäfts. So soll der profitable Buchverlag Random House mit dem Penguin-Verlag des britischen Rivalen Pearson Chart zeigen zum weltweiten Marktführer fusioniert werden. An der neuen Firma sollen die Gütersloher mit 53 Prozent die Mehrheit halten. Ein Abschluss der Transaktion ist für die zweite Hälfte 2013 geplant.

Der Plan, den Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr ("Stern", "Brigitte") allein zu kontrollieren und den 25-prozentigen Anteil der Familie Jahr zu kaufen, scheiterte dagegen an den Preisvorstellungen. Gruner + Jahr kämpft dabei mit sinkenden Anzeigeeinnahmen. Zeitungsberichten zufolge stehen die Wirtschaftsmedien auf dem Prüfstand, etwa die Magazine "Capital" und "Börse Online", sowie die Zeitung "Financial Times Deutschland", die seit ihrer Gründung vor elf Jahren Verluste schreibt.

RTL steigert Umsatz bei weniger Gewinn

Die RTL Group steigerte in den ersten neun Monaten ebenfalls ihren Umsatz, und zwar um 4,0 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern musste der größte Werbefernsehsender Europas allerdings deutliche Abstriche machen. Es sank um 9,8 Prozent auf 671 Millionen Euro. Grund seien die schwierigen Märkte in anderen Ländern und höhere Investitionen.

Im dritten Quartal hatte die RTL Group beim Umsatz um 5,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zugelegt. Mit Ausnahme von Deutschland seien fast alle TV-Werbemärkte geschrumpft. Das operative Ergebnis der RTL Group vor Zinsen und Steuern stieg um 5,8 Prozent auf 165 Millionen Euro. Ein Grund war der Verkauf einer Immobilie in London. Für das Gesamtjahr 2012 erwartet die RTL Group ein solides bereinigtes Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen, allerdings nicht auf dem Rekordniveau des Jahres 2011.

Auch im Oktober sei der TV-Werbemarkt in Deutschland gewachsen, sagte ein Sprecher der RTL Group. Damit sehe es auch für das im Werbegeschäft besonders wichtige vierte Quartal solide aus.

Zu der RTL Gruppe mit Hauptsitz in Luxemburg gehören 53 Fernseh- und 29 Radiostationen in neun Ländern Europas sowie seit dem 5. November auch in Indien. In Deutschland zählen dazu RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv. Die RTL Group ist zu 92,3 Prozent im Besitz des Medienkonzerns Bertelsmann. Bertelsmann (neben RTL auch Gruner + Jahr, Random House, Arvato und BE Printers) beschäftigt weltweit mehr 100.000 Menschen.

wed/dpa-afx/

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