Montag, 20. November 2017

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Smartphones App-solutes Risiko

Smartphones: Nutzer installieren im Schnitt 23 Apps auf ihren Geräten. Doch offenbar sind viele der Programme nicht sicher

3. Teil: "Das Risiko ist enorm"

Auch für Unternehmen sind unsichere Apps ein Risiko, wenn Mitarbeiter solche Programme auf ihre Firmen-Smartphones laden. "Hacker können über dieses Einfallstor in das Firmennetzwerk gelangen und dort sensible Daten stehlen", sagt Schönbohm. Diese Gefahr sieht Sebastian Wolters von Media Test Digital auch: "Das Risiko ist angesichts der Vielzahl von Sicherheitslücken enorm, sensible Firmendaten zu verlieren", sagt Wolters.

Warum aber bestehen überhaupt so viele Sicherheitsprobleme? In vielen Fällen handelt es sich schlicht um Fehlfunktionen. Android ist dabei im Nachteil gegenüber Apples geschlossenem System iOS. "Für Entwickler von Android-Apps ist der Aufwand gewaltig, weil sie ihre Applikationen auf eine Vielzahl von Endgeräten anpassen müssen", sagt Wolters. Deshalb könne es vorkommen, dass zum Beispiel die Verschlüsselung von Daten nicht zuverlässig funktioniere. Zum anderen kommen die meisten Apps nicht aus Deutschland. Viele Entwickler denken deshalb gar nicht in den Kategorien des deutschen Datenschutzgesetzes.

Können Apple und Google eine effektive Überprüfung überhaupt leisten?

Experten sehen auch die Betreiber der App-Shops in der Pflicht. Schließlich behalten sowohl Google als auch Apple rund 30 Prozent des Kaufpreises jeder Applikation. "Die Verbraucher sollten erwarten dürfen, dass die Apps sicher sind, die sie im Store von Apple oder Google downloaden", sagt Ehrig. "Verstößt eine App gegen datenschutzrechtliche Vorgaben, sollte der Dienst nicht in den App-Store aufgenommen werden", sagt der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar.

Eigentlich müssen Apple und Google selbst ein Interesse daran haben, die Sicherheitsstandards noch besser zu überwachen. "Beide müssen erkennen, dass sie langfristig ihr Geschäftsmodell mit Apps gefährden, wenn die Sicherheitsprüfungen nicht besser werden", sagt Arne Schönbohm.

Fraglich ist aber, ob die Unternehmen dies überhaupt leisten können, angesichts der schieren Masse von Apps. Wie intensiv die Kontrollen ausfallen, ist unklar. Bei Apple sollen diese Tests zeitlich schwanken, von wenigen Minuten bis mehreren Tagen. Bei Google gibt es überhaupt keine Zulassungstests, aber das Unternehmen prüft bereits veröffentlichte Apps auf Schadsoftware.

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