Samstag, 18. November 2017

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Nach Kartendebakel Apple-Chef feuert Topmanager

Tim Cook: Der Apple-Chef trennt sich vom Jobs-Stellvertreter Scott Forstall

Tim Cook greift durch: Der Konzernchef baut die Unternehmensführung um und trennt sich von einigen seiner engsten Mitarbeiter. Damit reagiert der Nachfolger von Steve Jobs auf das Debakel beim Kartendienst Maps und die schwachen Quartalszahlen.

San Francisco - Nach dem Debakel mit einer fehlerhaften neuen Landkarten-Software entlässt Apple -Chef Tim Cook den zuständigen Spitzenmanager. Scott Forstall werde die Firma im kommenden Jahr verlassen und bis dahin als Berater tätig sein, teilte Apple mit. Unternehmenskreisen zufolge weigerte sich Forstall, die Verantwortung für die missglückte Landkarten-Software zu übernehmen. Zudem habe es jahrelang Spannungen zwischen ihm und anderen Topmanagern gegeben.

Konzernchef Cook trennt sich zudem nach nur sieben Monaten von John Browett, der für die Apple-Läden zuständig ist und mit Sparvorhaben das Personal verschreckt hat. Forstall war lange ein Stellvertreter des verstorbenen Apple-Mitbegründers Steve Jobs und im Konzern für die Software zuständig, die auf mobilen Geräten wie dem iPhone oder dem Tablet-PC iPad installiert ist.

Apple Börsen-Chart zeigen musste im September heftige Kritik von Kunden einstecken, als das Unternehmen im Rahmen einer Software-Aktualisierung die bisherige Landkarten-Software Google Maps mit einer selbst entwickelten App ersetzte. Nutzer und Experten zeigten sich über peinliche Fehler und das Design der Anwendung überrascht, die in einigen Punkten hinter der Software von Google Börsen-Chart zeigen zurückblieb.

Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten nun, Forstall habe sich geweigert, die Verantwortung zu übernehmen und eine öffentliche Entschuldigung des Unternehmens zu unterschreiben. Stattdessen bat Cook selbst Ende September um Vergebung und empfahl Nutzern, etwa Landkarten von Konkurrenten wie Google, Microsoft Börsen-Chart zeigen oder Nokia Börsen-Chart zeigen zu verwenden.

Einzelhandelschef verärgerte Mitarbeiter

Forstall wurde zwar früher als potenzieller Jobs-Nachfolger gehandelt, doch sein Weggang zeichnete sich über Jahre ab, wie Unternehmenskenner berichteten. So habe er mit seinem aggressiven Auftreten andere Manager verschreckt und nach Jobs' Tod im vergangenen Jahr nur noch wenige Verbündete an der Firmenspitze gehabt.

Auch der für die Apple Stores zuständige Manager Browett verlässt das Unternehmen. Er wurde erst in diesem Jahr von der britischen Elektronikkette Dixons geholt. Browett verärgerte Mitarbeiter, weil er ihnen kürzere Arbeitszeiten verordnete, um die Läden rentabler zu machen. Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, Browett habe nicht zu Apple gepasst.

Analysten zufolge will Firmenchef Cook Apple mit dem Management-Umbau seinen Stempel aufdrücken. "Vielleicht war er von den Maps-Problemen enttäuscht und hat Forstall zum Sündenbock gemacht", sagte Ben Wood von CCS Insight.

Mit dem Personalwechsel erhält der britische Designer Jony Ive mehr Verantwortung. Der enge Vertraute von Firmengründer Jobs ist künftig nicht nur für die Gestaltung der Geräte, sondern auch für die der Software zuständig. Die Manager Eddy Cue und Craig Federighi übernehmen die Verantwortung für Maps beziehungsweise das Betriebssystem iOS. Für die Apple-Läden wird erneut nach einem Chef gesucht.

Apple begründete den Umbau mit einer vertieften Zusammenarbeit zwischen den Sparten Hardware, Software und Dienstleistungen. Zwar hat Apple seit dem Amtsantritt Cooks seinen geschäftlichen Erfolg fortgesetzt. Doch Fehlgriffe wie bei der Maps-Anwendung und enttäuschende Quartalszahlen haben gezeigt, dass das Unternehmen langfristig um seine dominante Stellung auf dem Markt für Smartphones und Tablet-PCs kämpfen muss. So zeigen sich Google, Amazon Börsen-Chart zeigen, Microsoft oder Samsung Börsen-Chart zeigen entschlossen, Apple auf dem schnell wachsenden Markt Kunden abzutrotzen.

mahi/rtr

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