Dienstag, 27. Juni 2017

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Computerindustrie Dell laufen die Privatkunden weg

Putzen allein reicht nicht: Vor allem im Privatkundengeschäft leidet Dell unter dem Siegeszug von Kleincomputern und Smartphones

Die zunehmende Beliebtheit von Tabletcomputern und Smartphones sowie die schwache Konjunktur machen Dell das Leben schwer. Nach einem enttäuschenden zweiten Quartal rechnet der Konzern auch im laufenden Jahresviertel mit fallenden Umsätzen und Gewinnen.

Round Rock - Der Computerkonzern Dell hat Im zweiten Geschäftsquartal (bis 3. August) einen Umsatzrückgang von 8 Prozent auf 14,5 Milliarden Dollar (11,6 Milliarden Euro) verbuchen müssen. Der Gewinn schmolz um 18 Prozent auf 732 Millionen Dollar.

Finanzchef Brian Gladden sprach am späten Dienstagabend von einem herausfordernden PC-Geschäft. Sowohl Tischrechner als auch Notebooks verkauften sich schlechter als im Vorjahreszeitraum. Am stärksten spürte Dell die Probleme bei den Privatkunden - hier ging das Geschäft um 22 Prozent zurück. Auch die öffentliche Hand hielt sich merklich zurück.

Einzige Lichtblicke waren das mit Zukäufen aufgebaute Servicegeschäft für Firmenkunden sowie die leistungsstarken Rechen- und Speichersysteme. Hier profitiert Dell vom sogenannten Cloud Computing, bei dem Programme und Daten auf zentralen Großrechnern im Internet oder in firmeninternen Netzen lagern.

Dell leidet besonders stark unter den Umbrüchen

Auf absehbare Zeit werden die Wachstumssparten die Rückgänge bei den PC-Verkäufen aber nicht ausgleichen können. Dell Börsen-Chart zeigen rechnet damit, dass im laufenden Quartal der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal noch einmal um 2 bis 5 Prozent nachgibt. Der Konzern senkte daraufhin seine Gewinnprognose um ein Fünftel.

Dell gehört zu den Herstellern, die besonders unter den Umbrüchen hin zu kleineren, mobilen Geräten leiden. Früher war der Konzern einmal Nummer zwei der PC-Hersteller hinter Hewlett-Packard Börsen-Chart zeigen. Mittlerweile ist Dell nach Daten der Marktforschungsfirma Gartner auf Rang vier abgerutscht hinter Lenovo und Acer.

Die Börsianer zeigten sich enttäuscht vom Abschneiden. Nachbörslich fiel die Aktie um 4 Prozent. An diesem Mittwoch wird Hewlett-Packard seine Zwischenbilanz vorlegen. Der Marktführer reagiert auf die neue Lage mit einem radikalen Jobabbau. Voraussichtlich 27.000 Mitarbeiter müssen das Unternehmen bis Herbst 2014 verlassen. Das ist mehr als jeder zwölfte HP-Beschäftigte.

rei/dpa-afx

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