Donnerstag, 29. September 2016

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1,7 Millionen neue Kunden Kabel Deutschland übernimmt Tele Columbus

Ende der Hängepartie: Der Marktführer baut seinen Marktanteli aus

Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland zahlt gut 600 Millionen Euro für den kleineren Wettbewerber Tele Columbus. Der Kaufbetrag der Bayern entspricht dem Schuldenstand des kleineren Berliner Konkurrenten.

München - Nach einer längeren Hängepartie übernimmt der größte deutsche Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland den kleineren Rivalen Tele Columbus. Die Bayern zahlen dafür gut 600 Millionen Euro an die bisherigen Eigentümer, ein Konsortium von Fonds und Banken.

Tele Columbus ist vor allem im Großraum Berlin und Ostdeutschland aktiv und zählte zuletzt 1,7 Millionen Kunden. Bei einem Jahresumsatz von 218 Millionen Euro erwirtschaftete das Unternehmen zuletzt einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 81 Millionen Euro. Die Verhandlungen über den Deal hatten sich hingezogen, neben Kabel Deutschland Börsen-Chart zeigen interessierten sich auch die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen und Unity Media für das Unternehmen. Tele Columbus war einer der letzten größeren Kabelanbieter, die noch zu haben waren.

Analysten und Branchenexperten schätzen die Synergien für Kabel Deutschland positiv ein. Tele Columbus bezog schon bisher teilweise seine Fernsehprogramme von Kabel Deutschland. Der Finanzchef der Berliner, Frank Posnanski, pries den Einstieg des deutschen Marktführers. "Gezielt haben wir uns nach umfangreichen Gesprächen und sorgfältiger Vorbereitung für Kabel Deutschland als strategischen Partner entschieden. Aufgrund seines hervorragenden Produktportfolios, komplementärer Netzstrukturen und seiner Finanzkraft ist dieser Anbieter für die zukünftige Zusammenarbeit besonders geeignet und bietet uns auch langfristig beste Perspektiven." Sein Unternehmen ist mit dem Kauf auch seinen Schuldenberg von 600 Millionen Euro los.

Kartellamt prüft den Kauf

Nun muss das Kartellamt einen Blick auf den Kauf werfen. In dem Netzgeschäft schaut die Behörde traditionell sehr genau hin. Die Bonner Beamten stehen Übernahmen in der Kabelbranche sehr skeptisch gegenüber und lassen sich bei ihren Entscheidungen nicht in die Karten schauen. Die Expansionsbestrebungen des in 13 Bundesländern vertretenen Marktführers Kabel Deutschland, der Ende 2011 rund 8,7 Millionen Haushalte versorgt, stoppten die Kartellbehörden schon einige Male.

Im Dezember hatten sie allerdings die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme von Kabel BW durch Unitymedia nach monatelangem Zögern genehmigt. Unitymedia - eine Tochter des US-Konzerns Liberty Global Börsen-Chart zeigen - musste dem Kartellamt aber eine Reihe von Zugeständnissen machen.

krk/rtr

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