Donnerstag, 30. Juni 2016

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Neue Domains Weg frei für Unternehmen

Icann: Die Internetadressverwalter
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AFP

Auf diesen Beschluss haben Internetnutzer lange gewartet: Die zuständige Organisation Icann hat neue Top Level Domains freigegeben. Schon Ende nächsten Jahres könnten Hunderte neue Internetadressendungen von Unternehmen, Regierungen und Verwaltungen geschaffen werden.

Singapur - Das Internet bekommt mehr Platz für neue Adressen. Unternehmen, Regierungen und Verwaltungen können künftig für ihre Internetauftritte eine Vielzahl neuer Adressbereiche nutzen. Die dafür zuständige Verwaltungsorganisation Icann hat dafür in einer historischen Entscheidung den Weg frei gemacht. Unternehmen oder Städte können damit schon bald ihre eigene Adressendung wie etwa .berlin oder .reise nutzen. Die Icann sprach von einer "historischen Veränderung des Internet".

"Die heutige Entscheidung läutet ein neues Internetzeitalter ein", sagte Peter Dengate Thrush vom Icann-Verwaltungsrat. "Wir bieten eine Plattform an für die nächste Generation an Kreativität und Inspiration." Bislang war der Raum für Internetnamen auf wenige inhaltliche "Top Level Domains" (TDL) wie .com für kommerzielle Anbieter sowie auf Länderendungen wie .de begrenzt. Die Möglichkeiten einprägsamer Namen für die eigene Internetadresse sind dadurch zunehmend knapp geworden. So gibt es zurzeit rund 14,5 Millionen de-Adressen und 92,5 Millionen .com-Domains.

Die Entscheidung der Icann (Internet Assigned Names and Numbers) könne durchaus als historische Entscheidung bewertet werden, sagte Oliver Süme vom Verband der deutschen Internetwirtschaft eco. "Die Art und Weise, wie wir künftig im Internet suchen, wird sich grundlegend verändern", sagte Süme der Nachrichtenagentur dpa. Das Internet werde damit komplett neu strukturiert. Auch viele Unternehmen hätten darauf schon lange gewartet.

Internetverhalten der Nutzer wird verändert

Die heutige Entscheidung ermögliche es Gruppen und Organisationen, neue Top Level Domains in allen Sprachen und Schriftzeichen zu schaffen, sagte Rod Beckstrom, Präsident und CEO der Icann. Die neuen Endungen würden den Weg verändern, wie Menschen Informationen im Internet finden und wie Unternehmen ihre Onlinepräsenzen gestalten. "Theoretisch kann diese Änderung jede Organisation mit einem Onlineauftritt in irgendeiner Weise betreffen."

Die Icann hat bereits seit Jahren daran gearbeitet, mit neuen generischen Top Level Domains (gTLD) mehr Raum im Internet zu schaffen. Das sei ein langer Prozess gewesen, sagte Süme. Alle Einwendungen zu berücksichtigen, nehme viel Zeit in Anspruch. Das Ergebnis habe aber auch gezeigt, dass die Icann als sogenannte Multi-Stake-Holder-Organisation, bei der alle Vertreter der Internetgemeinde gehört werden, funktioniere.

Eine erste Bewerberrunde soll nun vom 12. Januar bis zum 12. April 2012 eingeläutet werden. Danach sollen die Anträge eingehend geprüft werden. Das Ergebnis will die Icann im November 2012 vorlegen. Eine Registrierung auch für Privatnutzer dürfte dann Anfang 2013 möglich sein, schätzt Süme.

sk/dpa

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