Dienstag, 24. April 2018

Auf Facebooks Spuren US-Investoren bewerten Bigpoint mit 600 Millionen

Die zwei BigPoint-CEOs Arthur Bastings (l.) und Heiko Hubertz (r.) haben aufgrund der Neubewertung ihres Unternehmens Grund zur Freude

Zwei amerikanische Finanzinvestoren übernehmen die Mehrheit am rasant wachsenden deutschen Onlinespiele-Anbieter Bigpoint. Sie bewerten das Unternehmen mit rund 600 Millionen Dollar. Bigpoint strebt, ähnlich wie Facebook, einem Börsengang entgegen.

Hamburg - Das rasant wachsende deutsche Online-Gaming-Portal Bigpoint rückt in seiner Bewertung näher an Branchengrößen wie Playdom ("Social City") und Zynga ("FarmVille") heran. Grund ist die Übernahme von rund 60 Prozent der Bigpoint-Anteile durch die zwei in Boston ansässigen Finanzinvestoren TA Associates und Summit Partners. Die Investoren zahlen für den Anteilserwerb nach eigenen Angaben 350 Millionen Dollar. Das sind umgerechnet 240 Millionen Euro.

"Diese Topfinanzinvestoren können uns finanziell in den nächsten Jahren gut zur Seite stehen", sagt der Gründer und Co-Chef von Bigpoint, Heiko Hubertz. Schon 2008 hatte er 70 Prozent der Firmenanteile an die Private-Equity-Gruppe GMT Communications Partners und das Unternehmen NBC Universal verkauft, einer Tochter des Medienkonzerns Comcast. Der damalige Preis lag nach Angaben Hubertz bei 70 Millionen Euro. Die alten Gesellschafter halten auch künftig eine Minderheitsbeteiligung an Bigpoint. Unternehmens-Chef Hubertz behält indes seinen rund 30-prozentigen Anteil.

Bigpoint ist durch den Deal mit rund 600 Millionen Dollar (410 Millionen Euro) bewertet. Das ist vergleichbar mit dem Online-Spiele-Anbieter Playdom, das im vergangenen Sommer für 760 Millionen Dollar (520 Millionen Euro) von Disney übernommen wurde. Den auf rund zehn Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro) geschätzten Marktwert von Zynga - vor allem durch das Onlinespiel "FarmVille" bekannt - erreicht Bigpoint allerdings noch nicht.

Bigpoint setzt auf ein Geschäftsmodell, bei dem Browser-Spiele online kostenlos angeboten werden. Geld verdient das Unternehmen dabei vor allem mit sogenannten virtuellen Gütern, die von den Spielern optional hinzugekauft werden können - zum Beispiel bessere Waffen für Raumschiffe, bessere Eigenschaften für Spielfiguren oder ein beschleunigter Spielablauf.

Der jetzt verkündete Einstieg folgt nur kurz auf die Bekanntgabe Bigpoints, die Geschäftsführung um den heutigen Co-CEO Arthur Bastings zu ergänzen. Hintergrund der Aufteilung der Geschäftsführung ist der Aufbau des US-Geschäfts, dem sich Bigpoint-Gründer Hubertz seit vergangenem Jahr vorrangig widmet. Bastings wird sich künftig vor allem dem Europageschäft widmen. Außerdem besitzt er langjährige Erfahrungen im Asiengeschäft, wo er vor allem für MTV tätig war.

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