Samstag, 3. Dezember 2016

Teldafax Wenn nur noch Frau Tausendfreund hilft

Der Name Teldafax weckt bei ehemaligen Aktionären ungute Erinnerungen. Seit drei Jahren agieren die Troisdorfer nun im Wesentlichen als Mittler zwischen Stromerzeugern und Endabnehmern. Das Geschäftsgebaren des einstigen Highflyers der New Economy ist dabei zumindest umstritten.

Die gute Nachricht vorneweg: Die Troisdorfer Firma Teldafax gehört zu den günstigsten Stromanbietern Deutschlands. Wer zu dem Newcomer in der Branche wechselt, kann mitunter mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.

Teldafax: Wer seinen Vertrag mit den Troisdorfern kündigt, kann Ungemach erfahren
Leider ist der Billigversorger aber auch in einem ganz anderen Sinne rekordverdächtig: Es gibt wohl keinen Konkurrenten, über den sich so viele Kunden beklagen. Die Vorwürfe reichen von ausbleibenden oder falschen Abschlussrechnungen, nicht erfolgten Rückzahlungen von Guthaben bis hin zur Abzocke.

Ist da ein Unternehmen nur zu schnell gewachsen und kommt angesichts der rasant steigenden Kundenzahl mit dem Service nicht mehr hinterher? Oder steckt hinter dem Geschäftsgebaren von Teldafax tatsächlich System?

Der Name Teldafax weckt bei ehemaligen Aktionären ungute Erinnerungen. Der einstige Highflyer der New Economy - damals noch eine Telekommunikationsfirma - legte 2001 eine spektakuläre Pleite hin. Die Firma wurde von der Börse genommen, die Anteilscheine verloren komplett ihren Wert. 2003 erwachte das Unternehmen wieder. Ein Gesellschafterkonsortium um den Schweizer Anton Stiffler kaufte den Namen und übernahm die noch verbliebene Restkundschaft.

Über 600.000 Kunden in nur knapp drei Jahren

Doch mit Festnetzanschlüssen und Breitbanddiensten war im hart umkämpfen Telekommunikationsmarkt kein Geld zu verdienen. Im Gegenteil: Das Unternehmen machte Verluste. Daher schwenkte man um. Seit Februar 2007 agiert Teldafax im Wesentlichen als Mittler zwischen Stromerzeugern und Endabnehmern; ein eigenes Netz besitzt die Firma nicht.

Mit seinen aggressiven Preisen lockte Teldafax in nur knapp drei Jahren über 600.000 Kunden an, und wohl mindestens so schnell wie die Abnehmerzahlen stieg die Schar der Beschwerdeführer. Dabei läuft am Anfang immer alles reibungslos. Der Neukunde erhält von Teldafax nur wenige Tage nach seiner Anmeldung ein überaus freundliches Begrüßungsschreiben. Und alsbald bucht das Unternehmen auch die fälligen Gebühren vom Konto des Kunden ab.

Ungemach hingegen kann erfahren, wer seinen Vertrag bei Teldafax kündigt. Hat der Kunde dann eine Rückforderung, weil er weniger Strom verbraucht hat als in den Abschlagszahlungen eingepreist, kann es fünf oder sechs Monate dauern, bis die Abschlussrechnung eintrudelt - und im schlimmsten Fall kommen die Kunden erst zu ihrem Geld, nachdem sie einen Ombudsmann eingeschaltet haben, rechtliche Schritte androhen oder tatsächlich vor Gericht gehen.

Doch wer rennt schon gleich zum Anwalt? Normalerweise schreibt man erst mal einen Brief oder eine E-Mail. Gibt es nach mehreren schriftlichen Versuchen keine Antwort, und das scheint bei Teldafax mehr als häufig vorzukommen, wendet sich der genervte Kunde an die Telefon-Hotline. Die aber ist fast immer überlastet. Irgendwann, nach endlosen Warteschleifen, ist dann doch eine Stimme am anderen Ende der Leitung zu hören. Oft unfreundlich, praktisch immer unverbindlich. Man werde sich der Sache annehmen, heißt es fast unisono. Das Problem aber bleibt in der Regel ungelöst.

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