Dienstag, 27. September 2016

"Digital Natives" Die Revolution der Web-Eingeborenen

"Digital Natives" sind mit Wikis, Blogs und Social Networks aufgewachsen und unterscheiden kaum mehr zwischen virtueller und realer Welt. Unternehmen sind gut beraten, die Web-Ureinwohner ernst zu nehmen. Denn sie können nicht weniger als unsere Gesellschaft verändern.

Die Generation Internet begehrt auf: Mit dem "Manifest der Digital Natives" meldeten sich kürzlich die Netznutzer zu Wort, die mit dem Internet aufgewachsen sind und sich von der Passivität der Generation Fernsehen abgrenzen. Eine zentrale Forderung der Autoren lautet "digitale Öffnung und digitale Modernisierung der Arbeitswelt".

Ureinwohner versus Immigranten: Generationenkonflikt im Internet
Urheber der Deklaration ist DNA Digital, eine Initiative unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit dem Ziel den Wissensaustausch zwischen Unternehmern und den Digital Natives zu fördern.

Die zentrale These dieser Arbeitsgruppe: Durch das Internet entstehe ein wirtschaftlicher, sozialer und gesellschaftlicher Wandel, der die Zukunft der Arbeitswelt prägen wird. Im Hinblick auf Unternehmen wird die Nutzung von Wikis, Blogs und Social Networks diskutiert, die zu einer neuen Kultur des Wissensaustauschs führen soll. Im Augenblick sitzen jedoch in den Chefetagen zu einem Großteil Menschen, die nicht selbstverständlich und ständig bloggen, posten, twittern und chatten. So entsteht eine Kluft zwischen Unternehmensstrukturen und gesellschaftlicher Realität.

Generation Internet

Der von dem amerikanischen E-Learning Experten Professor Marc Prensky bereits um 2001 geprägte Begriff Digital Natives bezeichnet eine Generation, die den vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten des World Wide Web groß geworden ist. Quasi als zweite Muttersprache erlernten sie die Semantik der Browsereingaben, das Verwalten und den Umgang mit zahlreichen Daten und Formaten sowie das Recherchieren im größten Informationspool aller Zeiten.

Ihnen gegenüber stehen die Jahrgänge, die vor dem Siegeszug des Computers geboren sind: die Digital Immigrants. Aufgefallen war Prensky die Kluft zwischen "digitalen Ureinwohnern" und "digitalen Immigranten" an Universitäten und Schulen: Wo es um Internet- und Computernutzung ging, kam es zu einer Umkehr des Wissenstransfers. Die Lernenden erklärten den Lehrenden die Möglichkeiten der digitalen Werkzeuge.

Neuerdings meldet sich der Urheber des Begriffspaares Natives und Immigrants zurück und äußert Zweifel am eigenen Konzept: Angesichts der digitalen Durchdringung des Alltags verliere die Unterscheidung langsam an Wert. Dem kann man gleichzeitig zustimmen und widersprechen: Die Grenzlinie zwischen den vor und nach 1980 Geborenen ist problematisch und verschwimmt umso stärker, da auch Merkel und Obama die digitalen Kommunikationskanäle seit Langem für sich entdeckt haben.

Dennoch vollzieht sich seit zwei Dekaden eine globale Revolution - auf der einen Seite eine technische, auf der anderen eine gesellschaftliche: Menschen, die mit den digitalen Möglichkeiten aufgewachsen sind, lernen, arbeiten, schreiben und interagieren anders als noch die Generationen zuvor. Sie treffen und verlieben sich sogar online - im Netz kommunizieren sie mit Menschen, denen sie real vielleicht nie begegnen würden. Gegenüber den Generationen vor ihnen unterscheiden sich die digitalen Revolutionäre durch die vier folgenden Eigenheiten:

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH