Dienstag, 20. Februar 2018

App Store Vom Programmierer zum Millionär

Als Apple seinen Webladen App Store vorstellte, wurde der iPhone-Erfinder seiner Vorreiterrolle wieder einmal gerecht. Mittlerweile werden Tausende kleine Programme für das iPhone auf dem Onlineportal angeboten. Ein Erfolg für Apple, aber auch für manchen Programmierer, der zum Star wurde.

München - Was Ethan Nicholas widerfahren ist, erscheint ein wenig wie ein modernes Märchen: Monatelang schlug sich der Softwareentwickler nach seinem Arbeitstag als Angestellter die Nächte um die Ohren, um iShoot zu programmieren. Das Geld habe damals nicht einmal gereicht, um sich die nötigen Programmier-Handbücher zu kaufen, erklärte der Amerikaner dem Onlineableger des US-Magazins "Wired". Mittlerweile dürfte Nicholas durch sein Artillerie-Spiel fast Millionär geworden sein. Die Erfolgsstory des jungen Programmierers ist mit der des App Store von Apple Börsen-Chart zeigen verknüpft - dort steht iShoot als kostenpflichtiger Download zur Verfügung.

App Store: Apple revolutionierte die Handywelt mit einem neuen Geschäftsmodell
Programme werden im Englischen auch kurz Apps genannten, was vom Wort Application für Anwendung kommt. Im App Store werden Anwendungen für das iPhone-Handy und den Multimedia-Player iPod touch vertrieben - kostenpflichtig oder kostenlos. Dass Handy-Besitzer Software für ihr Mobiltelefon kaufen können, ist nicht neu. Klingeltöne zum Beispiel sind seit Jahren ein Verkaufsschlager. Neu ist, dass das iPhone und der iPod touch eine eigene Software besitzen, um über das Mobilfunknetz beziehungsweise W-Lan auf den App Store zugreifen zu können. Das macht es für Anwender besonders einfach, Apps zu erstehen und auf ihrem Endgerät zu installieren.

Der App Store ist aber auch ein neues Verkaufsmodell in der Handy-Welt: Er gehört Apple, und das Unternehmen mit dem Apfel im Logo stellt die Plattform anderen Software-Entwicklern zur Verfügung, damit sie ihre Programme iPhone-Nutzern anbieten können. Zu welchem Preis sie das tun, ist ihnen überlassen. Apple stellt mit dem iPhone SDK, dem Software Development Kit, auch eine Programmsammlung bereit, die Programmierer benötigen, um entsprechende Software zu entwickeln.

Apple nimmt Gebühren

Das macht Apple natürlich nicht aus lauter Nächstenliebe. Das Unternehmen profitiert von den unzähligen enthusiastischen Entwicklern: Das SDK ist zwar kostenlos - doch sobald Programme in den App Store sollen, werden 99 Dollar (Basisversion) oder 299 Dollar (Business) fällig. Außerdem behält Apple 30 Prozent der Verkaufserträge ein.

Dafür müssen sich Programmierer bei diesem Vertriebssystem nicht weiter darum kümmern, wie ihre Software unter die Leute kommt - außer, dass sie ein gutes Programm schreiben müssen, für das es einen gewissen Bedarf gibt. Sinnvoll muss es dagegen nicht unbedingt sein: Die App-Themen-Website Apptism.com zählte im März fast 30.000 Anwendungen im App Store (Stand 30.03.09). Darunter finden sich zum Beispiel Programme, die ein Pupsen imitieren.

Doch wie einfach ist es wirklich, eine Applikation fürs iPhone zu schreiben und damit Geld zu verdienen? Sich bei Apple online für das Entwicklerprogramm registrieren zu lassen und das SDK herunterzuladen, bekommt jeder hin, der einen Computer bedienen kann - allerdings muss es ein Mac sein, denn nur darauf können die Apps fürs iPhone entwickelt werden.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH