Mittwoch, 20. September 2017

LinkedIn auf Deutsch Neuanfang im "nuklearen Winter"

Die Zeiten werden rauer - auch im Web 2.0. Längst sind es nicht mehr nur Autobauer und Großindustrie, die unter der Krise leiden und massenhaft entlassen. Auch für Internetunternehmen wird die Luft dünner. Die großen Businessportale hoffen allerdings, von der Krise sogar zu profitieren. Eines davon, LinkedIn, ist nun auch in deutscher Version am Start.

Hamburg - Lange schon war es angekündigt - jetzt ist es tatsächlich so weit. Die Businessplattform LinkedIn ist seit Mittwoch in deutscher Übersetzung verfügbar. Innerhalb des laufenden Jahres - so der Plan - soll die Nutzerzahl so von derzeit 500.000 auf eine Million steigen.

Das klingt nicht unbedingt viel, angesichts der Tatsache, dass LinkedIn mit 35 Millionen Nutzern weltweit globaler Marktführer ist. Aber anders als in Ländern wie Frankreich oder in Spanien, wo die Amerikaner bereits nach einem Monat die Spitzenposition bei den Businessnetzwerken übernahmen, gibt es in Deutschland mit Xing bereits einen etablierten Wettbewerber - mit rund 2,3 Millionen Nutzern hierzulande.

"In Deutschland wird es schwieriger als in anderen europäischen Märkten", glaubt denn auch LinkedIn-Europa-Chef Kevin Eyres, aber "Deutschland ist ein sehr wichtiger Markt für uns."

Europaweit hat das Netzwerk aus den USA mit neun Millionen Nutzern schon jetzt die Nase vorn. Xing liegt mit 6,5 Millionen weit dahinter. Allerdings können die Hamburger auf mehr als eine halbe Million zahlender Kunden aufbauen, was zusammen mit anderen Einnahmen in den ersten drei Quartalen 2008 mehr als 4,7 Millionen Euro in die Kassen der Hamburger spülte. LinkedIn veröffentlicht keine Zahlen - gibt nur an, dass es in den vergangenen beiden Jahren profitabel war.

Bei Xing gibt man sich gelassen: "Eine Sprachversion alleine macht noch keine Community", heißt es da. "Und wer gewollt hätte, hätte sich schon vor Jahren bei LinkedIn anmelden können."

Einen großen Vorteil gegenüber Xing sehen die Amerikaner in ihrer globalen Ausrichtung. "Wir können die größere Breite anbieten", sagt Eyres selbstbewusst im Interview mit manager-magazin.de. "Unsere Nutzer sind sehr viel mehr international orientiert als die Xing-Nutzer."

Und damit wollen die Amerikaner punkten. "Alle Angelegenheiten und Probleme, mit denen wir uns derzeit auf der ganzen Welt konfrontiert sehen, sind globaler Natur - also müssen auch die Lösungen global sein", wirbt Eyres. Er ist sich sicher: "LinkedIn wird die aktuelle Krise überstehen." Und nicht nur das: "Wir werden für viele Unternehmen Überlebensmechanismus sein."

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