Samstag, 16. Dezember 2017

Medieninvestor Montgomery droht in Deutschland das Aus

Er gilt als erste Heuschrecke im deutschen Mediengeschäft - doch David Montgomery, Besitzer der "Berliner Zeitung" und der "Hamburger Morgenpost", hat sich verspekuliert: Offenbar steht der Verkauf seiner Holding an ein Kölner Verlagshaus unmittelbar bevor.

Hamburg - Alles deutet darauf hin, dass bald drei der führenden Regionalzeitungen Deutschlands in einem einzigen Verlag erscheinen - und ein von Medienkritikern gern als Heuschrecke titulierter, ausländischer Finanzinvestor sich mit mehr als nur einem blauen Auge aus dem deutschen Pressegeschäft zurückziehen muss.

Medienmanager Montgomery: Ihm droht der Rückzug aus dem Deutschland-Geschäft
Wie der Berliner "Tagesspiegel" und das Branchenblatt "Werben & Verkaufen" übereinstimmend berichten, steht das Kölner Verlagshaus DuMont Schauberg offenbar kurz vor der Übernahme der BV Deutsche Zeitungsholding des äußerst umstrittenen Investors David Montgomery.

Den Berichten zufolge könnte der Verkauf sogar noch diese Woche erfolgen. Der Kölner Verlag, der den "Kölner Stadtanzeiger" herausbringt und sich 2006 mit der "Frankfurter Rundschau" bereits einen traditionsreichen Regionaltitel einverleibte, verwies auf Anfrage auf eine Stellungnahme vom Dezember 2008. In der ist zu lesen, dass man sich zu Übernahmegerüchten "zu diesem Zeitpunkt nicht äußern" wolle. Der Berliner Verlag war für keine Stellungnahme erreichbar.

Montgomerys Holding vereint unter anderem den Qualitätstitel "Berliner Zeitung", das Stadtmagazin "tip" sowie die Boulevardblätter "Berliner Kurier" und "Hamburger Morgenpost" unter ihrem Dach.

Derzeit gehört die Holding noch zu Montgomerys Mecom-Gruppe, dessen Sparpolitik und Renditeziele schon seit der Übernahme der Berliner Titel vor rund drei Jahren immer wieder für großen Unmut in den betroffenen Redaktionen sorgten (die "Hamburger Morgenpost" übernahm das Mecom-Imperium erst Mitte 2006).

Der Ärger ging sogar so weit, dass die Redakteure der "Berliner Zeitung" - allerdings erfolglos - vor Gericht zogen, um den von Montgomery zugleich als Geschäftsführer und Chefredakteur installierten Josef Depenbrock aus seiner Doppelrolle zu drängen.

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