Dienstag, 20. Februar 2018

Klimaschutz EU knipst Glühbirnen aus

Für die klassische Glühlampe geht 130 Jahre nach ihrer Erfindung in Europa endgültig das Licht aus. Die EU-Kommission beschloss heute, die ineffizienten Leuchten ab 2009 schrittweise zu verbieten. Dann sollen Energiesparlampen ihren Siegeszug vollenden - und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Brüssel - Glühbirnen werden ab dem kommenden Herbst in Europa schrittweise abgeschafft. Die 27 EU-Staaten beschlossen am Montag, 100-Watt-Birnen ab dem 1. September 2009 vom Markt zu nehmen. In den darauffolgenden Jahren sollen dann schrittweise auch die Birnen mit geringerer Strahlkraft abgeschafft werden. Die letzte klassische Glühbirne soll am 30. August 2012 vom Fließband rollen.

Mit der Umstellung auf Energiesparbirnen will die Europäische Union dem Beispiel von Australien und Kalifornien folgen und zur Erfüllung ihrer ehrgeizigen Klimaziele beitragen. Die EU will bis 2020 ein Fünftel der Treibhausgase einsparen und zugleich die Energie-Effizienz um 20 Prozent erhöhen. Europaweit lassen sich durch Energiesparbirnen Stromkosten in Höhe von fünf bis zehn Milliarden Euro jährlich sparen, erwartet die Kommission.

Und das, obwohl Energiesparlampen teurer sind als Glühbirnen. Wegen ihres geringeren Stromverbrauchs und der längeren Haltbarkeit verursachten Energiesparlampen, über die gesamte Einsatzdauer gerechnet, rund 60 Euro weniger Kosten als herkömmliche Glühbirnen. Der Einsatz von Energiesparlampen senke den Stromverbrauch eines durchschnittlichen Haushalts um 15 Prozent, erklärte die Kommission weiter.

Verbraucher können zu Hause weiter ihre alten Glühbirnen benutzen. Wenn diese aufgebraucht sind, können sie aber nach 2012 EU-weit nur noch Energiesparbirnen kaufen, zu denen auch Halogenleuchten gehören. Nach Angaben aus der Industrie könnten weniger effiziente Halogenleuchten aber bereits 2016 verboten werden. Sie sparen teilweise nur wenig mehr Strom ein als Glühbirnen.

Damit steht die 1879 von Thomas Edison erfundene Glühbirne in Europa endgültig vor dem Aus. Sie gilt als Energieschleuder. Nur 5 Prozent des Stroms werden in Licht umgesetzt, der Rest verpufft als Wärme. Moderne Energiesparbirnen verbrauchen zwischen 65 und 80 Prozent weniger Strom und halten im Schnitt sechsmal länger. Trotz ihrer deutlich höheren Anschaffungskosten sind sie auf die Lebenszeit gerechnet billiger als Glühbirnen. Der Nachteil: Bisher sind sie weniger hell.

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