Donnerstag, 21. September 2017

Business Intelligence Internes Alarmsystem

In weltweit tätigen Unternehmen ist die Flut an Daten kaum noch zu durchschauen. Vor allem Manager in höheren Positionen können unbehelligt agieren – Skandale wie bei Siemens oder Samsung verdeutlichen die Gefahr. Business-Intelligence-Lösungen schützen Konzerne vor strategischen Fehlern und helfen bei der Einschätzung operationaler Risiken.

Bad Camberg - Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung des Geschäfts bringt es mit sich: "Unternehmen laufen in immer mehr und gravierendere operationalere Risiken hinein", registriert Robert Heinrich, Partner bei Ernst & Young. "Das Gefährdungspotenzial reicht von strategischen, finanziellen, menschlichen, Sicherheits- und Compliancerisiken bis hin zu den Gefahren, die der verstärkte Einsatz der Informationstechnik mit sich bringt."

Betrug im eigenen Unternehmen: Vor allem in höheren Positionen bleibt der Griff in die Firmenkasse oftmals unbemerkt
DDP
Betrug im eigenen Unternehmen: Vor allem in höheren Positionen bleibt der Griff in die Firmenkasse oftmals unbemerkt
Angesichts dieser Risiken, die aus unterschiedlichen Ecken lauern würden, empfiehlt der Chefberater den Entscheidern, die Flucht nach vorne anzutreten. "Nur wenn es ihnen gelingt, Transparenz in das wachsende Datenaufkommen und in sämtliche geschäftliche Aktivitäten zu bringen, werden sie der Risikolage einigermaßen Herr werden." Im Informationszeitalter heiße das: sich Durchblick über allen Daten, über die Risiken erkannt, gemessen und bewertet werden können, zu verschaffen.

Heinrich bricht damit eine Lanze für den Einsatz eines Data Warehouse und darauf aufsetzend von BI-Werkzeugen (Business Intelligence). "Ohne die notwendige Geschäftsintelligenz an Bord, um mit der Schnelllebigkeit der eigenen Aufstellung und der des Marktes Schritt zu halten, drohen die operationalen Risiken voll durchzuschlagen", glaubt er.

Volles Risiko

Zusätzlicher Handlungsdruck resultiert aus der steigenden Datenflut. In ihr gehen die Entscheider ohne intelligente Hilfsmittel buchstäblich unter. Ende 2007 hat die Menge der generierten Daten erstmals die installierten Speicherkapazitäten überschritten, haben die Marktforscher von IDC ermittelt.

"Ohne BI können die Daten weder aus allen Bereichen strukturiert und stets aktuell zusammengeführt, noch benutzerorientiert für Alarme, Analysen und Berichte aufbereitet werden", sagt Marcus Behrendt, Portfolioverantwortlicher bei Logica. Die negativen Resultate folgten auf dem Fuß: Fehleinschätzungen, finanzielle Einbußen, kompromittierte Daten und Systeme, Bedienungsfehler, kriminelle Handlungen, Strafzahlungen und geschäftsgefährdende Prozesseinschränkungen. Dazu kämen die indirekten Folgen wie Reputationsverluste bei Kunden und Partnern.

Auch Gartner sieht die Unternehmen zunehmend unter Handlungsdruck geraten. Das Marktinstitut hat Business Process Improvement und die BI-Software ganz oben innerhalb seiner Top Ten Business and Technology Priorities 2008 positioniert. Gartner-Manager Mark McDonald zufolge wird sich die Risikolage für Unternehmen in Zukunft weiter verschärfen. Der Experte sieht Firmen aller Branchen in den kommenden drei Jahren vor signifikanten Veränderungen und Umbrüchen stehen. "Sowohl ihre IT als auch ihre geschäftlichen Abläufe, die über die IT gesteuert werden, werden davon erfasst werden", sagt McDonald.

Nachrichtenticker

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH