Samstag, 27. August 2016

Social Commerce Das Netz-Kaufhaus

Nie war die Einkaufsmacht der Kunden größer als heute. Mithilfe des Internets tauschen sie Produkterfahrungen aus, vergleichen Service und Preise und entwickeln sogar neue Produkte mit. manager-magazin.de sagt, was Käufer von Social-Commerce-Anbietern erwarten und wie Unternehmen von dem Trend profitieren können.

Hamburg - Der Onlinehandel befindet sich im Umbruch. So wie sich das Internet von der ersten Version zum Web 2.0 entwickelte, verändert sich nun auch das Einkaufen im Netz. Der Kunde wird vom passiven Nutzer zum Berater, Verkäufer oder gar Produzenten. Klick für Klick ergreift er die Macht und stellt damit die herkömmlichen Machtverhältnisse zwischen Unternehmen und Kunden auf den Kopf.

"Die Menschen in vernetzten Märkten haben herausgefunden, dass sie sich gegenseitig weit bessere Informationen und Unterstützung bieten können, als sie von ihren Verkäufern erhalten", hieß es schon 1999 im Cluetrain Manifest, einer Sammlung von 95 Thesen über das Verhältnis von Unternehmen und Kunden im Zeitalter des Internets.

Amazon Börsen-Chart zeigen und Ebay Börsen-Chart zeigen gehörten zu den ersten Internethändlern, die sich diesen Lehrsatz zu Herzen nahmen. Mithilfe von Leserrezensionen und Bewertungsmöglichkeiten bezogen sie die Nutzer in den Produktauswahlprozess mit ein und brachten somit nutzergetriebenen Verkaufsplattformen das Laufen bei.

Mitmachen statt zusehen

Inzwischen setzen immer mehr Internethändler auf dieses Konzept und erweitern es beliebig, frei nach dem Motto: Mitmachen statt zusehen. Der Onlineshopper von heute kann andere Kunden beim Kauf ihrer neuen Digitalkamera beraten, in Blogs über sein neuestes Lieblingsbuch schreiben und damit den Verkauf ankurbeln oder seine selbst gebastelten Ohrringe anbieten. "Das Empfehlungsmarketing von früher hat sich seinen Weg ins Web gebahnt und taucht dort unter dem Namen Social Commerce wieder auf", erklärt Andrea Voege von der Kommunikationsagentur Art und Weise.

Dabei haben sich bereits verschiedene Geschäftsmodelle des Mitmachhandels etabliert. Beispielsweise erfreuen sich exklusive Shoppingclubs, in denen Mitglieder auf Einladung deutlich reduzierte Markenware erwerben können, zunehmender Beliebtheit. Bei Angeboten wie Vente-Privee.com oder Brands 4 Friends wird die Mitgliederschar mithilfe von E-Mails auf die meist 24-stündige Verkaufsaktion hingewiesen. Wer zuerst kommt, hat die größte Chance auf ein Schnäppchen. Viele Rabattjäger sitzen deshalb schon zu Verkaufsbeginn um 0.00 Uhr vor ihren Rechnern. Mitglied werden kann man allerdings nur, wenn man von einem anderen Mitglied geworben wird. Dadurch wecken die Anbieter das Interesse an der Seite, schließlich will jeder gern in einem exklusiven Club dabei sein.

Beim sogenannten Live-Shopping geht es ebenfalls um zumeist 24-stündige Verkaufsaktionen. Hierbei dreht sich allerdings alles nur um ein einziges Produkt, das einen Tag lang zu einem besonders günstigen Preis angeboten wird. Registrierte Nutzer können die Produkte zudem meist kommentieren, so wie bei Guut.de.

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