Dienstag, 27. Juni 2017

Web 2.0 Kollektives Wissen verkümmert

In vielen Unternehmen wird bereits mit Web-2.0-Instrumenten wie Blogs, Wikis oder Social Bookmarking experimentiert. Da auf eine unternehmensweite und von der Geschäftsführung gesteuerte Verbreitung dieser Technologien verzichtet wird, bleibt das kollektive Wissen jedoch weitgehend ungenutzt.

Frankfurt am Main - Das Abonnement aktueller Internetinformationen via RSS (RDF Site Summary) und die Beteiligung an sozialen Netzwerken sind die im Unternehmen am häufigsten eingesetzten Web-2.0-Instrumente. Allerdings werden beide meist nur von einzelnen Mitarbeitern genutzt und noch nicht für die unternehmensweite Zusammenarbeit. Dies ergab eine Studie über das "Enterprise 2.0" in Deutschland, die von der Berliner Berlecon Research im Auftrag des CMS-Spezialisten Coremedia erstellt wurde.

Schlummerndes Potenzial: Unternehmen könnten stärker von Web-2.0-Technologien profitieren
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Schlummerndes Potenzial: Unternehmen könnten stärker von Web-2.0-Technologien profitieren
Der Untersuchung zufolge werden RSS-Reader bei 21 Prozent der befragten Unternehmen von einzelnen Mitarbeitern eingesetzt. Bei weiteren 6 Prozent passiert dies allenfalls auf Abteilungsebene, bei 5 Prozent auch als unternehmensweites Konzept.

Noch deutlicher klaffen diese Abstände bei sozialen Netzwerken wie Xing oder Facebook auseinander: Hier sind in jedem fünften Unternehmen die Mitarbeiter aktiv, auf Abteilungsebene sind es 3 Prozent, unternehmensweit 4 Prozent.

Projektblogs werden auf Abteilungsebene immerhin in 10 Prozent der 156 befragten Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern eingesetzt. Auch Wikis, die den aktuellen Stand eines Projekts dokumentieren und von allen Mitarbeitern geändert werden können, werden bei 6 Prozent der Firmen in den Abteilungen genutzt.

Das Social Bookmarking, bei dem interessante Internetlinks gesammelt und ausgetauscht werden, ist hingegen wieder eher eine individuelle Tätigkeit: Plattformen wie Del.icio.us oder Mister Wong werden in 12 Prozent der Unternehmen von einzelnen Mitarbeitern genutzt, auf Abteilungsebene sind es weitere 4 Prozent, aber nur zwei Prozent "bookmarken" unternehmensweit.

Ohne unternehmensweite Vernetzung bleibt das kollektive Wissen jedoch weitgehend ungenutzt und das große Potenzial von Enterprise-2.0-Anwendungen wird nicht ansatzweise ausgeschöpft. "Es entstehen so erneut Wissensinseln, die eine effiziente Nutzung von Informationen ausbremsen. Unternehmen könnten bereits heute sehr viel stärker von Web 2.0-Technologien profitieren", so Sören Stamer, CEO und Mitgründer von CoreMedia.

manager-magazin.de mit Material von ap

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