07.09.2007
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Werbung auf Autos
Rollende Litfaßsäulen

Von Marc Kowalsky

2. Teil: Nicht jeder kann werben

Nicht jeder kann werben

Krombacher entwickelte das Geschäftsmodell sogar noch ein Stück weiter: Anfang des Jahres ließ die Brauerei 1000 VW Fox mit Werbefolien bekleben, um sie dann für zwei Jahre an eine ausgewählte Gruppe weiterzureichen - für 40 Prozent des Neupreises. Das Interesse war riesengroß. Die Marketingagentur CultCars, die die Kampagne entworfen hatte, konnte aus einer Vielzahl von Bewerbern diejenigen auswählen, die dem Image der Brauerei am besten entsprachen.

Rollendes Aquarium: Nemo auf dem Fiat Idea
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CultCars

Rollendes Aquarium: Nemo auf dem Fiat Idea

Die Möglichkeit, die monatlichen Festkosten für den eigenen Pkw auf diese Weise drastisch zu reduzieren, lässt die Sache auch für Privatleute attraktiv erscheinen. Gerade für jüngere Autofahrer würde der Kauf eines Neuwagens durch den Zuschuss einer Werbeagentur überhaupt erst möglich.

Doch das Geschäftsmodell, das bei Großflotten und Buslinien funktioniert, lässt sich nicht so einfach auf Privatfahrzeuge übertragen. "Es braucht das perfekte Auto und den perfekten Fahrer", sagt CultCars-Gründer Feldmann. Das perfekte Auto heißt: Es muss nicht nur möglichst neu und gepflegt sein, sondern auch auffällig - also entweder groß wie ein VW Touareg oder wenigstens chic wie ein Smart, Mini oder Beetle.

Viele Kriterien müssen erfüllt sein

Auch der Fahrer muss als Typ zum beworbenen Produkt passen - ein Althippie zur goldenen Kreditkarte ist ebenso undenkbar wie ein Rentner für Turnschuhwerbung. Am besten lebt der Werbefahrer in einem der angesagten Viertel einer Großstadt und parkt sein Auto an jenen Orten, die von der gewünschten Zielgruppe frequentiert werden - vor Fitnessclubs, In-Restaurants oder der Uni.

Viele Kriterien also, die erfüllt werden müssen. Weil zudem die Bewerberzahlen groß sind, sind die Chancen minimal, dass das eigene Auto für eine Werbekampagne ausgewählt wird. "Die Erwartungen der Privatkunden nach einem Nebenverdienst kann man in keiner Weise erfüllen", warnt Feldmann von CultCars.

Andere Agenturen hingegen nutzen die Begehrlichkeiten der Fahrer für ein ganz eigenes, zweifelhaftes Geschäftsmodell. Im Internet bieten sie ihre Dienste bei der Vermittlung von Werbeaufträgen an. Die Firma Active Car zum Beispiel, nach eigenen Worten das größte deutsche Portal für Autowerbung, stellt für Werbung auf dem Heckfenster 110 bis 160 Euro in Aussicht, für ein Motiv auf der Motorhaube zwischen 280 und 410 Euro. Ein Volldesign inklusive Dachaufbauten soll gar bis zu 3500 Euro monatlich einbringen. Dafür müsse sich der Autohalter lediglich verpflichten, mindestens 500 Kilometer pro Monat zu fahren, und dabei nicht als Verkehrsrowdy aufzufallen.

Bei näherem Hinsehen entpuppt sich das Angebot jedoch eher als Anzeigenakquise: Denn im Prinzip erschöpft sich der Service von Active Car darin, ein Inserat zu schalten. Zum Preis von 139,90 Euro kann man sein Auto zwei Jahre lang feilbieten. Ob es schließlich zum Geschäftsabschluss kommt, bleibt dem Inserenten überlassen.

Genaue Zahlen über die Zahl erfolgreicher Vermittlungen will Heinz Detlef Domine, Inhaber von Active Car, denn auch nicht nennen: "Ein Inserat kann Erfolg haben, muss aber nicht. Wir garantieren den Kunden nur, dass pro Jahr mindestens 1,5 Millionen Besucher auf unsere Website kommen und sich das Inserat anschauen können."

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