Freitag, 23. Juni 2017

Web-2.0-Deal "Ein riskantes Investment"

Rund 85 Millionen Euro hat die Holtzbrinck-Gruppe für StudiVZ bezahlt - ein Studentennetzwerk, das bislang keinerlei Umsätze macht. Gegenüber manager-magazin.de erläutert Konstantin Urban, Chef von Holtzbrinck Networks, welche Pläne er mit dem Portal verfolgt und warum er keine Angst vor Konkurrenz hat.

mm.de: Beim Kauf des Studentennetzwerks StudiVZ hat Holtzbrinck pro User umgerechnet 100 Euro bezahlt. Ist ein einfacher Internetnutzer, selbst wenn er ein "High Potential" ist, wirklich so viel wert?

Konstantin Urban ist Geschäftsführer von Holtzbrinck Networks, der Internet-Beteiligungsholding der Holtzbrinck Verlagsgruppe. Vergangene Woche wurde bekannt, dass das Unternehmen die Studentenbörse StudiVZ gekauft hat - nach eigenen Angaben zu einem Preis zwischen 50 und 100 Millionen Euro.
Urban: Diese Frage kann ich erst in zwei Jahren beantworten. Ich gehe aber davon aus, dass die Höhe des Kaufpreises gerechtfertigt ist. Dies zeigt bereits die Tatsache, dass StudiVZ bei den Studenten in Deutschland die absolute Nummer eins ist und eine gewaltige Marktdurchdringung hat. Zusammen mit den Fachhochschülern gibt es in Deutschland rund zwei Millionen Studenten, eine Million Nutzerprofile wurden bereits bei StudiVZ angelegt. Aber: Allein von den Nutzern können wir sicherlich nicht leben.

mm.de: Wie hoch sind die Verluste, die StudiVZ derzeit monatlich macht?

Urban: Das kann ich Ihnen nicht sagen, Zahlen zum Geschäftsverlauf geben wir nicht heraus. Bisher macht StudiVZ jedenfalls noch keinen Umsatz. Es ist nicht so, dass es keinen Bedarf nach Werbung auf der Seite gibt oder dass sich keine Werbekunden finden. Bislang wurde einfach noch nicht versucht, mit Werbung zu arbeiten. Genau das kommt jetzt auf das Unternehmen zu.

Es steht allerdings nicht erst seit der Übernahme durch Holtzbrinck fest, dass Werbung geschaltet wird. Das sieht der Businessplan für 2007 ohnehin vor. Sicher ist allerdings auch, dass es keine Abogebühren geben wird - die Webseite wird für die Nutzer kostenfrei bleiben.

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