Sonntag, 31. Juli 2016

LinkedIn-Gründer "Open BC hat den Weg für uns bereitet"

Momentan ist Open BC die klare Nummer eins der Business-Portale in Deutschland. Doch nun drängt die US-Konkurrenz auf den Markt. Gegenüber manager-magazin.de erklärt LinkedIn-Mitbegründer Konstantin Guericke, warum sein Unternehmen erst später an die Börse gehen soll – und zu welchem Preis er Open BC kaufen würde.

mm.de: Herr Guericke, Sie sind zehn Jahre älter als Lars Hinrichs, der Gründer von Open BC. Im Gegensatz zu Ihnen hat er es jedoch bereits geschafft, sein Unternehmen an die Börse zu bringen. Sind Sie neidisch?

Konstantin Guericke hat im Jahr 2003 das Business-Portal LinkedIn mitbegründet. Heute fungiert er als Marketingdirektor des Unternehmens mit Sitz im Silicon Valley. Der 39-Jährige ist zudem für die internationale Expansion des Unternehmens verantwortlich. Sein Studium der Ingenieurswissenschaften schloss Guericke an der Elite-Universität Stanford mit der Note 1,0 ab. Der gebürtige Hamburger lebt in Kalifornien, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Guericke: Nein. An der Börse gehandelt zu werden, hat Vor- und Nachteile. Es ist jedenfalls wesentlich schwieriger, strategisch zu denken und zu handeln, wenn man eine Menge Kleinanleger an Bord hat. Wir haben bei LinkedIn zwei Investoren, die sehr langfristig denken - darunter der Wagniskapitalgeber Sequoia Capital, der auch Unternehmen wie Google Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen und Yahoo Börsen-Chart zeigen finanziert hat.

Mein Ziel ist es, eine neue und große Internetfirma aufzubauen. Momentan wäre ein Börsengang verfrüht, weil man sich dann zu kurzfristig am Aktienmarkt orientieren müsste.

mm.de: Durch den Börsengang kann sich Open BC mit frischem Kapital die Kriegskasse auffüllen. Ist das nicht ein großer Wettbewerbsvorteil Ihnen gegenüber?

Guericke: Netzwerke im Internet sind schon immer organisch gewachsen. Das gilt nicht nur für Business-Portale, sondern für alle sozialen Netzwerke - ob Sie sich nun MySpace, Facebook oder LinkedIn anschauen. 97 Prozent unserer Mitglieder sind zu LinkedIn gekommen, weil ein existierendes Mitglied sie geworben hat.

Insofern glaube ich nicht, dass es dem Wachstum hilft, wenn man viel Geld ausgibt, beispielsweise für Werbeanzeigen. Wir sind weltweit der klare Marktführer, auch in Asien und Europa. Deshalb brauchen wir einfach nicht so viel Kapital. Wenn wir welches bräuchten, würden wir uns sicher eher an Risikofinanzierer wenden, als an die Börse zu gehen.

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