Dienstag, 30. Mai 2017

Digiscoping Kleine Tiere ganz groß

Der herbstliche Vogelzug erreicht in diesen Wochen seinen Höhepunkt. Wer dabei Storch und Singdrossel formatfüllend ablichten will, muss nicht unbedingt teure Teleobjektive benutzen. Das Geheimnis: Digiscoping, die Verbindung von Kamera und Fernglas.

Frankfurt am Main - Digiskopie, neudeutsch auch Digiscoping genannt, bringt Kamera und Fernrohr zusammen. Wer beides kombiniert, erreiche leicht Kleinbildbrennweiten von weit mehr als 1000 Millimetern, sagt Constanze Clauß vom Photo-Industrie-Verband (PIV). Die Digitalkamera wird dabei direkt hinter das Okular des Fernrohrs montiert. Das Okular ist die hintere, kleine Linse, durch die der Betrachter mit dem Auge ins Fernrohr sieht.

Anstelle teurer Teleobjektive: Hinter das Fernglas wird eine Kamera gesetzt

Besonders gut eignen sich für die Digiskopie so genannte Spektive - einäugige Fernrohre. "Im Prinzip geht das aber mit jedem Fernglas", sagt Frank Ullmann, der mit seiner Firma Orniwelt Vogelliebhaber mit der nötigen Technik versorgt. Gut geeignet für die Zusammenarbeit mit einem Spektiv seien vor allem kleine Kompaktkameras mit einem möglichst kleinen Objektivdurchmesser. Schließlich muss die Kameraoptik das menschliche Auge hinter dem Okular ersetzen und wie das Auge zum Okular passen.

Verbindung der Geräte entscheidend

Gerd Rossen, Digiscoping-Experte, hat die besten Erfahrungen mit Kameras gemacht, die ein Dreifach-Zoomobjektiv haben. "Bei Kameras mit großen Zooms gibt es dagegen häufiger Probleme", sagt Rossen, der auch die Internetseite Naturfotografie-digital.de betreibt. Bei den Okularen rät Frank Ullman zu Linsen, die auch für Brillenträger geeignet sind: "Das Bild des Okulars sollte möglichst weit nach hinten gelagert sein, damit die Kamera es besser einfangen kann."

Entscheidend für die Qualität der mittels Kamera-Fernrohr-Kombination gemachten Fotos ist die Verbindung der beiden Geräte. "Für die meisten Spektive bieten die Hersteller mittlerweile Adapter an", sagt Ullmann. Digiscoper Rossen arbeitet mit einem Adapter Marke Eigenbau: "Wichtig ist, dass der Raum zwischen Okular und Kameralinse möglichst klein ist." Soll zwischen Hochkant- und Querformat gewechselt werden, sei ein Adapter von Vorteil, mit dem sich die Kamera drehen lässt.

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