Donnerstag, 28. Juli 2016

Web 2.0 Andere arbeiten lassen

Eine neue Gründerwelle durchläuft die Internetbranche. Unter dem Schlagwort Web 2.0 werden in den USA bereits Milliarden umgesetzt. Und was tut sich in Deutschland? manager-magazin.de zeigt fünf spannende Start-ups, die im deutschen Markt mit Web-2.0-Geschäftsmodellen erfolgreich sind - oder es zumindest versuchen.

Hamburg - Es gibt sie wieder! Junge Gründer, die in Deutschland mit Internetunternehmen durchstarten - oder es zumindest versuchen. Das wichtigste Schlagwort, an dem sich die neue Generation der Internetunternehmer orientiert, lautet: Web 2.0 - Internet, die zweite Generation.

Made in Germany: Fünf spannende Start-ups, die im deutschen Markt auf Web-2.0-Geschäftsmodelle setzen
manager-magazin.de
Made in Germany: Fünf spannende Start-ups, die im deutschen Markt auf Web-2.0-Geschäftsmodelle setzen
Dahinter verbergen sich Onlineanwendungen, deren Inhalte nicht zentral erstellt werden, sondern aus den Beiträgen anderer Nutzer entstehen.

Bestes Beispiel: Ebay Börsen-Chart zeigen. Das Auktionshaus stellt lediglich den Onlinemarktplatz bereit. Den Rest erledigen die Ebay-Nutzer selbst. Andreas Weigend, Internetexperte an der Stanford-Universität bezeichnet diesen Mechanismus despektierlich als AAL-Prinzip. AAL steht für: Andere arbeiten lassen.


Web 2.0 International: Die Mitmach-Plattformen
MySpace.com ist die populärste unter den Community-Plattformen, mit über 90 Millionen registrierten Nutzern. Wie auch Facebook.com, Xanga.com oder Friendster.com bietet MySpace den Nutzern die Möglichkeit, Profilseiten anzulegen und mit Bildern und Videos zu dekorieren, Musik und Text auf die Seite zu stellen und ihre persönliche Profilseite mit der von Freunden und Bekannten zu verknüpfen. MySpace ist sehr beliebt bei Nachwuchsmusikern und verhalf auch den britischen Arctic Monkeys zu ungeahntem Erfolg. In die Kritik geriet das Angebot, weil es von Pädophilen genutzt wurde, um Kontakt zu Minderjährigen aufzunehmen.
Flickr.com ist eine Foto-Community. Nutzer können Bilder einstellen, mit Schlagworten ("Tags") versehen und Pools für bestimmte Themen einrichten. Im Zusammenhang mit Ereignissen wie den Terroranschlägen in der Londoner U-Bahn oder dem Hurrikan "Katrina" wurde Flickr auch zu einem Paradebeispiel für den sogenannten Citizen Journalism: Schnell entstanden Bildersammlungen von Privatleuten, die das Geschehen dokumentierten.
YouTube.com lässt Nutzer Videos online stellen. Wie bei Flickr und ähnlichen Angeboten können andere Eingestelltes kommentieren und bewerten. Mit einem speziellen Werkzeug kann man YouTube-Videos auch auf seiner eigenen Webseite einbinden. Vergleichbare Dienste gibt es inzwischen zuhauf, Beispiele sind Metacafe.com, Vimeo.com und ClipShack.com. Auch Googles Videodienst funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Putfile.com ist ein genereller Upload-Service für Videos, Audio- und Bilddateien. Weiter gehen Angebote wie Eyespot.com und Jumpcut.com - dort können die Nutzer eingestellte Videos auch bearbeiten, zusammenschneiden und nachvertonen.
Eine Art Online-Bookmark-Sammlung mit Community-Eigenschaften. Bei Del.icio.us kann jeder angemeldete Nutzer Webadressen speichern, sie mit Schlagworten ("Tags") versehen und so anderen Benutzern zugänglich machen. Verwandte Sites lassen sich so gruppieren, User mit ähnlichen Interessen können einander auf Interessantes hinweisen. Für Firefox-Benutzer gibt es sogar ein Browser-Plug-in, das den Zugriff auf die Onlinelinksammlung in die Navigationsleiste integriert.

Speziell auf Technologienachrichten spezialisiert ist digg.com. Die Selbstbeschreibung des Angebots spricht von "nicht-hierarchischer redaktioneller Kontrolle": Indem Nutzer eingestellte Nachrichten bewerten, entscheiden sie mit über die Platzierung einer bei digg.com verlinkten Meldung auf der Seite.
Technorati.com ist die Mutter aller Blog-Suchmaschinen. Sie katalogisiert Weblogs, Blogeinträge können wiederum mit Schlagworten ("Tags") versehen und so zusammengefasst oder effektiver durchsucht werden. Technorati beurteilt Blogs auch nach Bedeutsamkeit und Glaubwürdigkeit - Suchergebnisse können entweder danach oder nach dem Erscheinungsdatum sortiert werden. Durch die Hitliste der häufigsten Suchbegriffe ist Technorati auch zu einer Art Seismograf für die heiß debattierten Themen der Blogosphäre geworden. Eine Blog-Suche bietet auch Google an (Google Blog Search) - mit weniger aufwendiger Funktionalität, aber teilweise anderen Ergebnissen.
MashUps sind Internetseiten, die durch das Vermischen, Verknüpfen oder neu Konfigurieren vorhandener Inhalte entstehen. Häufig werden beispielsweise Ortsinformationen aus Google Maps mit anderen Inhalten, etwa Lexikon- oder Branchenbucheinträgen verknüpft. Auch Flickr und del.icio.us sind beliebte MashUp-Zutaten. Viele Web-Unternehmen stellen Hobbyentwicklern für solche Projekte sogar ihre "application programming interfaces" (APIs) zur Verfügung.
Blogs oder Weblogs sind Internettagebücher. Sie basieren auf einer Software, die es erlaubt, Texte mit wenig Aufwand online zu stellen und Leser Artikel kommentieren zu lassen. Weblogs sind teilweise schlicht private Aufzeichnungen für den Freundeskreis, zum Teil aber durchaus ambitionierte Publikationsprojekte, die von den Betreibern als alternative journalistische oder literarische Form verstanden werden. Besonders themenspezifische Blogs können durch eingeblendete Werbung durchaus lukrativ sein. Es gibt auch organisierte Blogger-Verbände, die Zuliefererverträge mit Zeitungen und Nachrichtenagenturen haben.

Ob bewusst oder unbewusst, auch die Internetunternehmer der neuen Generation nutzen dieses AAL-Prinzip. manager-magazin.de stellt im Folgenden fünf deutsche Unternehmen vor, die im Web 2.0 Erfolg haben wollen - oder schon haben.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH