Mittwoch, 28. September 2016

SAP "Ist Walldorf noch der richtige Standort?"

Dietmar Hopp, Gründer und Ex-SAP-Chef, will auf keinen Fall, dass die IG Metall Einfluss auf den Softwarekonzern nimmt. Sollte die Gewerkschaft über den Betriebsrat Macht bei SAP erhalten, müsse diskutiert werden, ob Walldorf der richtige Standort als Konzernzentrale sei, schrieb Hopp in einem offenen Brief an die Mitarbeiter.

Hamburg - In dem offenen Brief, den SAP-Mitbegründer und Ex-Chef Dietmar Hopp in das Internet stellte, bekräftigt Hopp, ein von der Gewerkschaft dominierter Betriebsrat würde keiner Selbstbestimmung, sondern einer Fremdbestimmung gleichkommen.

"Sollte es zur Wahl kommen, dann geht es darum einen Betriebsrat zu wählen, der nicht fremdgesteuert ist."
SAP-Mitgründer Hopp
In der Verantwortung der Mitarbeiter läge es also, einen Betriebsrat zu wählen, der nicht fremdgesteuert ist. Nur so ließe sich vermeiden, dass die übliche schwerfällige Bürokratie eingeschleppt und damit SAP Börsen-Chart zeigen die unentbehrliche Wendigkeit und Reaktionsfähigkeit genommen würde, so Hopp.

Hopp riet den Beschäftigten, zur Betriebsversammlung zu gehen und daraus eine eindruckvolle Demonstration gegen Fremdbestimmung durch die IG Metall zu machen. Sollte dennoch ein Betriebsrat gewählt werden, sollte dieser aus Mitarbeitern bestehen, die "SAP nicht mit der Krankheit infizieren, an der viele, viele Unternehmen in Deutschland leiden", so Hopp gegenüber der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Für den kommenden Donnerstag hat die IG Metall die SAP-Mitarbeiter zur Betriebsversammlung geladen. Ziel ist die Vorbereitung einer Betriebsratswahl für das weltweit drittgrößte Softwareunternehmen, das fast 36.000 Menschen beschäftigt.

Hier der offene Brief von Dietmar Hopp im Wortlaut:

"Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SAP,

in großer Sorge um die Zukunft der SAP wende ich mich heute persönlich an Sie. Ich bin stolz darauf, dass die SAP zu einem Weltunternehmen geworden ist.

Ihre Interessen, die Interessen der Belegschaft wurden in den letzten Jahren mit Augenmaß und ausgesprochen erfolgreich von den Arbeitnehmern im Aufsichtsrat vertreten - quasi in der Rolle eines informellen Betriebsrates.

Sie alle wissen, wie unheimlich erfolgreich sich unsere SAP entwickelt hat. In dem hart umkämpften Markt für Anwendungssoftware hat die SAP unangefochten den Platz eins erreicht, mit weiterhin positivem Trend.

Die SAP wurde bereits zum zweiten Mal in Folge zum besten Arbeitgeber gewählt und gehört zu den "am meisten bewunderten Unternehmen der Welt". Die Finanzwelt bewertet die SAP höher als vergleichbare Unternehmen. Dies alles ist auch Ihr Verdienst und gleichzeitig zu Ihrem Nutzen.

Der Vorstand hat in einem klaren Bekenntnis zum Standort Deutschland in Walldorf und in St. Leon-Rot eine Investition begonnen, die weitere Büroräume für mehr als 3000 Mitarbeiter schafft.

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