Samstag, 24. Juni 2017

Google Das neue Microsoft

3. Teil: Gegen Gratis ist kein Kraut gewachsen

Gegen Gratis ist kein Kraut gewachsen

Einfluss: "Googeln" gehört zur Alltagssprache, dokumentiert im Duden
Eine weitere Schlüsselfunktion des neuen Windows ist die Desktopsuche, die nicht nur Dateinamen, sondern auch -inhalte durchsucht. Auch das gibt es schon bei Apple. Und selbst für Windows, wenn auch nicht von Microsoft: Eine entsprechende Software kann sich jeder kostenlos bei Google besorgen.

Die kostenlose Verbreitung ist Bill Gates' Hauptproblem mit Google. Alle Dienste sind gratis, selbst an einer Ausschreibung für ein gebührenfreies W-Lan-Netz in San Francisco hat sich Google nun beteiligt und zielt damit auf etablierte Netzbetreiber. Dank Börsengang und Kapitalerhöhung sind die Kassen dennoch mit etwa sieben Milliarden Dollar für weitere Investitionen gefüllt. Finanziert werden die Angebote durch außergewöhnlich zielgenaue Werbung, laut Stephen Arnold zu weit über 90 Prozent.

Welchen Kurs Google mit diesen Mitteln fährt, bleibt spannend, und es könnte sich schon heute Abend entscheiden. Gerüchteweise wird der Firma sogar ein eigenes Betriebssystem zugetraut. Zuletzt wuchs die Kritik an den googelnden Wunderknaben. Der neue Chatdienst inklusive IP-Telefonie kam spät und ist spärlich.

Die größte Kehrseite ist allerdings der Datenschutz. Um die lebenswichtige Werbung so passgenau auf die Nutzer abstimmen zu können, werden in einem Umfang Informationen gesammelt, dass Geheimdienste vor Neid erblassen. Jede Suchanfrage dient der Marktforschung. Wer seine E-Mails über Gmail verschickt, muss einwilligen, dass sie von der Software auf Stichworte abgesucht werden.

Die Datenschützer sind entsetzt. Doch zumindest das wird Google nicht stoppen.

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