Samstag, 24. Juni 2017

Google versus Yahoo Die Spinnen im Netz

Das Duell der Giganten im Internet läuft auf Hochtouren. Google und Yahoo wollen die Informationskontrolle über das Netz und überschlagen sich dabei mit immer neuen Angeboten. manager-magazin.de hat die Funktionen der beiden Internetriesen verglichen und die Strategien analysiert.

Hamburg - Es vergeht derzeit kaum ein Monat, in dem Yahoo Börsen-Chart zeigen oder Google Börsen-Chart zeigen keinen neuen Service auf den Markt bringen. Die beiden Internetgiganten werden sich immer ähnlicher und liefern sich seit geraumer Zeit einen gnadenlosen Kampf um Nutzer - und damit um Werbeeinnahmen.

Kampf um die Macht im Internet: Google und Yahoo streiten um die Vorherrschaft
[M] manager-magazin.de
Kampf um die Macht im Internet: Google und Yahoo streiten um die Vorherrschaft
Während Google mehr und mehr die Züge eines Internetportals annimmt, versucht Yahoo mit neuen Suchfunktionen dem Marktführer Nutzer streitig zu machen. Inzwischen hat Yahoo Google sogar bei der Zahl der erfassten Einträge überholt. In über 20 Milliarden Dokumenten sucht das Recherchetool bereits. Trotz allem hinkt Yahoo in diesem Bereich weiter hinterher: Über 60 Prozent der Surfer nutzen Google für ihre Internetrecherche, bei Yahoo schaut hingegen nur jeder Zehnte vorbei.

Dafür konnte Yahoo seinen Vorsprung im Bereich Kommunikation und Medien ausbauen und fährt zudem insgesamt höhere Gewinne ein. Bei ähnlichem Umsatz (Google: 3,2 Milliarden Dollar, Yahoo: 3,57 Milliarden Dollar) war der Gewinn von Yahoo im vergangenen Jahr mit 840 Millionen Dollar fast doppelt so hoch wie der von Google.

Doch trotz allem bleibt Google der Börsenliebling. Seit dem Aktienstart im August 2004 hat sich der Kurs des Papiers mehr als verdreifacht. Der Börsenwert des Unternehmens ist mit rund 81 Milliarden Dollar fast doppelt so hoch wie der von Yahoo.

Dabei ist die Strategie des Unternehmens unklar. Obwohl die beiden Firmengründer Larry Page und Sergey Brin hartnäckig beteuern, Googles oberstes Ziel sei die Perfektionierung der Suchmaschine, zeigen sowohl die neuen Funktionen als auch ein Blick in das Entwicklungslabor in eine ganz andere Richtung: Google mutiert zu einer Art Spinne im Netz, bei der alle Informationsfäden zusammenlaufen sollen.

Eric Schmidt, ehemaliger Cheftechniker von Sun Microsystems und jetziger Vorstandschef von Google, bringt es auf den Punkt: "Sämtliche Informationen auf dem Planeten sollen googelbar gemacht werden."

Schritt für Schritt tastet sich das kalifornische Unternehmen zu seinem Ziel vor. Mit seiner Desktop-Suche erreicht Google bereits den heimischen PC und greift damit vor allem Microsoft Börsen-Chart zeigen an. Gleichzeitig werden auf der Webseite verstärkt eigene Inhalte angeboten und die Kommunikationsmöglichkeiten erhöht. Auch personalisierte und mobile Dienste spielen eine zunehmend wichtigere Rolle.

Mit diesen Maßnahmen will sich die Suchmaschine unabhängiger von den Werbeeinnahmen machen, die bisher 98 Prozent des Umsatzes ausmachen. Beispielhaft dafür ist auch der Aufbau eines eigenen Internet-Bezahlsystems, das Google vor kurzem angekündigt hat. Zusammen mit der Produktsuche Froogle entsteht damit ein starkes Konkurrenzprodukt zu Ebay und dessen Bezahldienst Paypal.

Auch Yahoo ist auf der Suche nach neuen Umsatzquellen und ebenfalls von dem Ebay-Prinzip angetan. Für eine Milliarde Dollar kaufte sich der Portalbetreiber vor kurzem bei dem chinesischen E-Commerce-Anbieter Alibaba ein. Und mit der Übernahme des kalifornischen Internettelefonie-Spezialisten Dialpad baut das Unternehmen seinen Telekommunikationsbereich weiter aus.

Dass sich Google und Yahoo immer ähnlicher werden, beweist auch ein Blick auf ihre alten, neuen und künftigen Funktionen und Services, die im Folgenden dargestellt werden.

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