Sonntag, 30. April 2017

Weblogs Bei Google bloggen

Weblogs sind Tagebücher im Web, in denen schon längst nicht mehr nur über den eigenen Tagesablauf geschrieben wird. In den USA haben sie sich als wichtiges Medium für unabhängige Kommentare zur Politik und Wirtschaft etabliert. In Deutschland wartet Blogging auf seinen Durchbruch. Google bringt sich dafür in Position und startet ein deutsches Angebot von Blogger.com.

Hamburg - Einen Weblog anzulegen, dauert nur wenige Minuten, wirbt Google Börsen-Chart zeigen. Drei Schritte seien dafür notwendig. Seit diesem Dienstag stellt das Internetunternehmen sein Weblog-Angebot Blogger.com auch in einer deutschen Fassung zur Verfügung. "Das ist die erste Phase der Internationalisierung von Blogger", heißt es bei Google. Das sei Teil der Mission des Unternehmens, dem Nutzer sämtliche Produkte auch in der jeweiligen Landessprache anzubieten.

  Weblogs:  Unergründliche Informationsquellen
Nasser Manouchehri
Weblogs: Unergründliche Informationsquellen
Weblogs sind mittlerweile auch in Deutschland keine Seltenheit mehr. Zwar ist die Zahl der Weblogs noch deutlich geringer als in anderen Ländern, doch das Potenzial wird auch hier zu Lande als groß eingeschätzt. Immer mehr Websites entstehen derzeit. Die Deutsche Welle lässt auf ihrer Internetseite noch bis Anfang Dezember die besten Weblogs wählen.

Weblogs sind im eigentlichen Sinne Internettagebücher. Das Wort setzt sich aus der Verbindung aus "Web" und Log" zusammen. Die Internet-Logbücher sind schon zu finden, seitdem es das World Wide Web gibt. Anfangs dienten sie Internetsurfern dazu, von ihren Touren durch das Netz zu berichten und interessante Websites zu empfehlen. Inzwischen haben sie sich zum Sprachrohr der Internetnutzer etabliert.

"Ein Blog verleiht dem Internetnutzer eine eigene Stimme", heißt es. In den USA wird an mancher Stelle schon von der fünften Macht im Staat gesprochen. Weblogs werden dort als ultimatives Werkzeug für jedermann gefeiert, der schreiben möchte - vor allem, da hier Meinungen und Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Medien ihre eigene Öffentlichkeit finden, ohne dass sie einer Zensur und oder irgendwelchen Interessen von Medienunternehmen unterliegen.

Enthüllungs-Blogging: Affäre "Rathergate"

Blogs deckeb verschiedenste Themenbereiche ab. In den USA lässt sich beispielsweise unter Gawker.com jeglicher Klatsch aus der New Yorker Medienszene nachlesen. Tratsch ist auch auf den Seiten www.defamer.com, www.gizmodo.com oder www.wonkette.com zu finden. Auf der eher konservativen Site TheNationalDebate.com kommentiert Internetunternehmer Robert Cox dagegen die US-Politik, Meinungen zur Politik sind ebenfalls unter www.instapundit.com oder www.andrewsullivan.com zu lesen.

Als Legendär gilt indes die Enthüllung eines Skandals durch Blogger während des US-Wahlkampfes, der unter dem Begriff "Rathergate" in die Netzgeschichte einging. CBS-Anchorman Dan Rather hatte Dokumente vorgelegt, die belegen sollten, dass George W. Bush sich um den letzten Abschnitt seines Militärdienstes gedrückt hatte. Der Sender veröffentlichte die Dokumente im Netz. Blogger waren es schließlich, die herausfanden, dass die Papiere gefälscht waren. Die Memoranden waren mit der Computerschrift Word geschrieben, ein Format, dass es in den 70er Jahren noch nicht gab. Auch waren militärische Begriffe unzeitgemäß. Schließlich musste sich der Journalist Rather öffentlich entschuldigen.

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