Sonntag, 24. Juli 2016

Deutsche Bank Kirch schießt zurück

Strafanzeige gegen Rolf-E. Breuer. Der scheidende Chef des Geldhauses soll sich des Verrats von Geschäftsgeheimnissen und der Kreditverleumdung schuldig gemacht haben. Unterdessen geht der Kampf um die Fußball-Rechte weiter - die Bundesliga droht mit Kündigung.

Kontrahenten: Leo Kirch (l.) und Rolf-E. Breuer
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Kontrahenten: Leo Kirch (l.) und Rolf-E. Breuer

Hamburg - Für die Deutsche Bank und ihren scheidenden Vorstandssprecher Rolf Breuer könnte die Pleite der KirchMedia möglicherweise ein teures Nachspiel haben: Am vergangenen Freitag reichte Leo Kirch beim Landgericht Frankfurt Strafanzeige und Strafanträge gegen Breuer ein - wegen Kreditverleumdung, Verrats von Geschäftsgeheimnissen und unbefugter Angaben über Millionenkredite. Das meldet DER SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe.

Breuer hatte sich in einem Fernsehinterview für "Bloomberg TV" am 4. Februar über die Finanzlage Kirchs und das finanzielle Engagement der Deutschen Bank geäußert. Der Finanzsektor sei - "was alles man darüber lesen und hören kann" - nicht mehr bereit, so Breuers Fazit, der Kirch-Gruppe "auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zur stellen".

Kirch-Anwälte: Breuers Angaben waren falsch

Breuer habe unbefugt Sonderwissen weitergegeben, argumentieren Kirchs Anwälte, und "das Gerücht einer Kreditunfähigkeit öffentlich aufgebaut, um die wirtschaftliche Lage der Deutschen Bank AG - die durch ihr Kreditengagement bei der KirchGruppe sogar nach eigenen Angaben ungefährdet war - zu verbessern und damit zugleich die Kirch-Gruppe in ihrem Ansehen und ihrem Kredit zu schädigen".

Außerdem seien die Angaben des Deutsche-Bank-Chefs unwahr gewesen. "Tatsächlich", argumentieren Kirchs Anwälte, "standen Unternehmen der Kirch-Gruppe auch am Tage des Interviews mit Banken in Kreditverhandlungen" und hätten davor und danach Kredite gewährt bekommen. Es handele sich deshalb "um eine qualifizierte Kreditverleumdung".

Schadensersatzklage in dreistelliger Millionenhöhe

In der Öffentlichkeit sorgten Breuers Äußerungen für Schlagzeilen. Die größte deutsche Bank halte die Kirch-Gruppe "nicht mehr für kreditwürdig", folgerte die "Financial Times Deutschland". Nun muss die Staatsanwaltschaft in Frankfurt prüfen, ob sie ein Ermittlungsverfahren einleitet.

Kirchs Anwälte arbeiten unterdessen bereits an einer Klage auf Schadensersatz gegen die Deutsche Bank und deren Sprecher. Es geht um einen dreistelligen Millionenbetrag.

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