26.09.2001
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Kim Schmitz
Jähes Ende und harte Vorwürfe

Von Clemens von Frentz

Nach einem Insolvenzantrag verklagt der Hacker nun seine Ex-Geschäftspartner.

München - Der umstrittene Jung-Millionär Kim Schmitz hat mit seiner Firma Data Protect Consulting Schiffbruch erlitten. Nach Auskunft der bayerischen Justizbehörden stellte Geschäftsführer Detlev Henze am 5. September einen Insolvenz-Antrag für das Unternehmen.

Die Data Protect Consulting GmbH war eine Ausgründung der Firma Data Protect GmbH, die sich nach Auskunft von Kim Schmitz auf "das Aufspüren und Analysieren von Sicherheitslücken in IT-Systemen spezialisiert" hat. Anfang vergangenen Jahres verkaufte Schmitz 80 Prozent seines Unternehmens an den TÜV Rheinland/Brandenburg und reduzierte seinen Anteil damit auf 20 Prozent. Seitdem firmierte die Gesellschaft unter dem Namen TÜV Data Protect.

Bewährungsstrafe wegen Betrugs und Bandenhehlerei

Die Data Protect GmbH selbst wurde zwischenzeitlich in die Kimvestor AG umgewandelt, die nach Auskunft der Gründers "fortan zukunftsträchtige Technologien entwickeln und in eigenständigen Unternehmen vermarkten wird". Zu diesem Zweck wurde laut Schmitz eine Kapitalerhöhung auf eine Million Euro durchgeführt.

Bislang allerdings fiel der Münchner Jungunternehmer eher durch zweifelhaftes Gebahren auf. Im März 1998 verurteilte ihn das Landgericht München zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren wegen Computerbetrugs, Bandenhehlerei und Missbrauch von Titeln. Später geriet er in die Kritik ehemaliger Hacker-Kollegen, die ihm dubiose Praktiken vorworfen.

Fragwürdige "Rettungsaktion" für Letsbuyit

Anfang vergangenen Jahres zog er sich mit einem fragwürdigen Engagement bei der Nemax-Firma Letsbuyit.com Chart zeigen den Zorn zahlreicher Anleger zu. Damals hatte er angekündigt, das angeschlagene Unternehmen mit 40 Millionen Euro retten zu wollen, was zu hektischen Sprüngen der Aktie führte - unter anderem kam es vor Veröffentlichung der entsprechenden Ad-hoc-Meldung zu einem deutlichen Kursanstieg. Auf die versprochenen Millionen wartet das Unternehmen noch heute.

Zuletzt brachte sich Schmitz durch einen uneigennützigen Einsatz zugunsten des Weltfriedens ins Gespräch. Auf seiner Homepage lobte er eine Belohnung von bis zu zehn Millionen Dollar für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung Osama bin Ladens aus.

Strafanzeige gegen Geschäftsführer

Eine Aversion hat der agile Jungunternehmer aber offenbar nicht nur gegen den mutmaßlichen Terroristen, sondern auch gegen seine ehemaligen Mitstreiter. Darauf lässt eine Pressemeldung schließen, die er nach dem Insolvenzantrag veröffentlichte.

Darin heißt es: "Die Kimvestor AG verklagt den Gesellschafter TÜV Rheinland/Brandenburg und den Geschäftsführer der TÜV Data Protect, Detlev Henze, auf Schadenersatz. Gegen Henze wurde außerdem Strafanzeige gestellt." Die vorläufige Schadenshöhe wird von Schmitz auf 10 Millionen Mark veranschlagt.

Begründet wird die Klage wie folgt: "Der Gesellschafter TÜV Rheinland/Brandenburg und der Geschäftsführer Detlev Henze haben nach Ansicht der Kimvestor AG das Unternehmen TÜV Data Protect GmbH absichtlich in die Insolvenz geführt." Betreut wird der skandalverdächtige Casus von der Anwaltskanzlei Zirngibl Langwieser in München.

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