Freitag, 15. Dezember 2017

Doubleclick Dotcom-Krise triftt Online-Vermarkter

Rückläufige Online-Werbeausgaben machen den amerikanischen Web-Vermarktern schwer zu schaffen. Jetzt muss auch Marktführer Doubleclick seine Belegschaft um rund sieben Prozent verkleinern.

New Yorker - Der New Yorker Internet-Advertising-Riese entlässt zwischen 100 und 150 Angestellte. Betroffen sind damit bis zu sieben Prozent der insgesamt rund 2100 Mitarbeiter.

Die Stellenstreichungen seien die Folge von zahlreichen Umstrukturierungen auf der Führungsebene, erklärte Doubleclick lakonisch. Angesichts der Größe des Unternehmens seien die Maßnahmen jedoch alles andere als dramatisch, wiegelt der Web-Vermarkter ab.

Vor zwei Wochen erst kündigte das Unternehmen verschiedene Änderungen im Management an. So wurde das internationale Geschäft in die Regionen Asien/Pazifik und Amerika sowie Nord- und Südeuropa aufgeteilt.

Schon im Oktober hatte Doubleclick verlauten lassen, mit geringeren Umsätzen rechnen zu müssen – die Aktien des Unternehmens waren daraufhin stark eingebrochen. Der Kurs stürzte von seinem Hoch von 135 Dollar im vergangenen Jahr auf aktuell rund zwölf Dollar ab.

Online-Vermarkter kämpft mit Dotcom-Krise

Wie zahlreiche andere Online-Vermarkter hat auch der Branchenriese mit den Auswirkungen der seit Monaten anhaltenden Dotcom-Krise in den USA zu kämpfen.

Einer Studie der Personalvermittlung Challenger, Gray & Christmas zufolge mussten seit Dezember letzten Jahres rund 75 amerikanische Internet-Unternehmen ihren Betrieb komplett einstellen – darunter etwa so werbefreudige Börsenlieblinge wie Pets.com.

Online-Firmen, die sich noch am Markt halten können, streichen in verzweifelten Profitabilitätsbemühungen nicht nur weiter kräftig Stellen, sondern vor allem auch ihre Werbebudgets. Doubleclick gab dennoch an, im letzten Geschäftsquartal einen Betriebsgewinn von 34 Millionen Dollar erwirtschaftet zu haben.

Konkurrenz geht es nicht besser

Der größte Doubleclick-Konkurrent 24/7 Media musste im vergangenen Monat ebenfalls die Streichung von 200 Stellen ankündigen. Anfang November kündigte die Online-Werbeagentur Lot21 rund 30 von 150 Mitarbeitern. Im Oktober hatte Zentropy Partners, die Online-Division des Werbeagentur McCann-Erickson, erklärt, zehn bis 15 Prozent der Belegschaft zu entlassen.

Neben den Werbern trifft die Krise trift immer stärker auch Internet-Berater wie zum Beispiel Marchfirst: Der Umsatz der US-Firma fiel im vergangenen Quartal drastisch, der operative Gewinn schrumpfte auf eine schwarze Null. Die Barreserven sanken auf gefährlich niedrige Werte.

Silvia Kling

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