Von Astrid Maier
Hamburg - Der IT-Konzern IBM muss seinen deutschen Aufsichtsrat verkleinern, um der sinkenden Beschäftigtenzahl Rechnung zu tragen. Das geht aus der Wahlausschreibung hervor, die IBM für den Aufsichtsrat seiner "Central Holding" jüngst veröffentlicht hat.
Statt 20 Kontrolleuren wie in den Jahren davor werden 2013 nur noch 16 Aufseher gewählt. Gremien mit 20 Mitgliedern sind laut Mitbestimmungsgesetz nur für Firmen mit über 20.000 Beschäftigten vorgesehen. So viele Mitarbeiter hat IBM
nicht mehr.
Insider schätzen, dass die deutsche Landesgesellschaft seit 2008 insgesamt rund 6000 Arbeitsplätze abgebaut hat. Damals waren noch 24.000 IBMler beschäftigt, aktuell liege die Zahl bei rund 18.000. Darin mit eingerechnet sind Werkstudenten und Praktikanten. Ohne diese Arbeitskräfte läge die Zahl der fest Beschäftigten in Deutschland wohl bei knapp 16.000, sagen Konzernkenner.
IBM macht keine Angaben über Mitarbeiterzahl
IBM selbst macht seit einigen Jahren keine Angaben mehr darüber, wieviele Beschäftigte in den einzelnen Landesgesellschaften für den Konzern tätig sind. Damit will das US-Unternehmen Diskussionen darüber verhindern, Arbeitsplätze würden zunehmend in Länder mit niedrigem Gehaltsniveau, etwa nach Indien, verlagert.
In Deutschland kam man bisher ohne Kündigen aus: Abfindungen oder Altersteilzeitprogramme haben die Schrumpfkur über die letzten Jahre ermöglicht.
Anfang des Jahres geriet IBM indes in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, der Konzern wolle mittelfristig einen Großteil seiner internen Arbeitsaufträge an externe IT-Experten und Entwickler vergeben. Nur noch ein Kernteil der Beschäftigten solle noch fest eingestellt bei IBM die Beziehungen zu den Kunden pflegen, hieß es in internen Unternehmenspräsentationen. Dies könnte auch dramatische Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahlen in Deutschland haben. Der Konzern hatte die Berichte als "spekulativ" bezeichnet.
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