Von Christopher Krämer
Hamburg - Die Meinungen von Videospiel-Fans gehen dieser Tage wieder einmal auseinander: Die einen fiebern dem Start der PS Vita entgegen, Sonys neuer mobiler Spielekonsole. Die anderen geben der Vita kaum eine Chance, das böse Wort von der "Totgeburt" macht die Runde in den Foren deutscher Videospielportale. Heute startet der Verkauf von Sonys neuem Hoffnungsträger in Europa und den USA.
Dafür rührt Sony kräftig die Werbetrommel. Einen Erfolg könnte das Unternehmen gut gebrauchen. Denn zuletzt machte der japanische Elektronik-Riese vor allem negative Schlagzeilen.
So rechnet Sony im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr mit einem Verlust von rund 220 Milliarden Yen, das sind umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro. Das Geschäft mit Fernsehern, Kameras und Computern stottert. Auch die Playstation 3, Sonys stationäre Videospielkonsole, verkauft sich nicht so gut wie erhofft.
Die Märkte sind skeptisch, ob Sony das Ruder herumreißen kann. In den letzten 12 Monaten hat die Aktie von Sony
rund die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Nun soll ein Verkaufserfolg der Vita die Wende bringen.
Umsätze mit Software seit 2008 rückläufig
Die neue Playstation ist mit gutem Grund ein Hoffnungsträger: Der Games-Markt ist ein lukratives Geschäft. Allein in Deutschland setzte die Branche im Jahr 2010 1,86 Milliarden Euro mit Computer- und Videospielsoftware um, das ist ein Wachstum von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Angaben des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) spielen 23 Millionen Deutsche regelmäßig mit Computer oder Videospielkonsole, davon sind fast die Hälfte Frauen.
Fast sieben Millionen besitzen eine mobile Spielkonsole. Bislang teilten sich Sony und Nintendo den Markt der so genannten Handhelds. Nintendo brachte zuletzt im März 2011 den "3DS" in Deutschland heraus, einen Urenkel des klassischen Gameboys.
Das Besondere daran: Das Gerät ermöglichte erstmals in diesem Bereich einen Tiefeneffekt beim Spielen ohne zusätzliche Brille. Fans von Sony setzten bisher im mobilen Bereich auf die "Playstation Portable" (PSP). Die Konsole startete 2007 und gab der Branche einen Schub: In diesem Jahr verdoppelten sich die Umsätze für Software im Bereich "mobile Endgeräte", dazu zählen sowohl die Konsolen als auch Smartphones. Seit 2008 sind die Zahlen allerdings rückläufig: Waren es im Jahr 2008 in diesem Bereich noch 441 Millionen Euro, setzte die Branche 2010 nur noch 264 Millionen Euro mit Software und Downloads um.
Das liegt zum einen daran, dass PSP und Nintendos damaliges mobiles Zugpferd, der Gameboy DS, schon einige Jahre erhältlich waren. Gleichzeitig boomt der Verkauf von Smartphones, die ebenfalls mobiles Spielen ermöglichen. Im ersten Halbjahr 2011 wurden nach Angaben des BIU sieben Millionen Spieleapps für Smartphones und Tabletts heruntergeladen. Das ist ein Wachstum von 13 Prozent.
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