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14.02.2012
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Deutsche Börse

Francioni will auch ohne Fusion wachsen

"Der Aufsichtsrat steht hinter mir": Börsenchef Francioni hat persönliche Konsequenzen nach dem Scheitern der Fusion mit der NYSE Euronext ausgeschlossen
AP

"Der Aufsichtsrat steht hinter mir": Börsenchef Francioni hat persönliche Konsequenzen nach dem Scheitern der Fusion mit der NYSE Euronext ausgeschlossen

Die Deutsche Börse rechnet trotz der geplatzten Fusion mit der New Yorker Nyse mit steigenden Erlösen im laufenden Jahr. Börsenchef Reto Francioni setzt notgedrungen auf Wachstum aus eigener Kraft - und auf Kooperationen.

Frankfurt am Main - "Für 2012 erwarten wir einen Anstieg der Umsatzerlöse auf das Niveau des Rekordjahres 2008", sagten Konzernchef Reto Francioni am Dienstag in Frankfurt. Die operative Effizienz werde dabei hoch bleiben, betonte der Schweizer, der nun - wie vor der Fusion - wieder auf Wachstum aus eigener Kraft setzt.

"Es wird Sie sicher nicht überraschen, wenn wir angesichts einer diskutierbaren, aber eben nicht wegzudiskutierenden Verschiebung bei der Haltung der Wettbewerbsbehörden - weg von einer globalen und hin zu einer regionalen Marktsicht - umfangreiche Fusionen oder Übernahmen nicht im Fokus haben", sagte Francioni.

Er deutete zudem an, dass die Deutsche Börse bei der Expansion in Wachstumsmärkten auch auf neue Geschäftsmodelle setze, "bei denen wir nicht die alleinige Kontrolle halten und Wertschaffungspotentiale mit Kunden und Marktteilnehmern teilen". Es liefen bereits Diskussionen mit Kunden, die bereit seien, mit der Börse auf dieser Basis neue Bereiche gemeinsam zu erschließen.

Die Börse hatte bereits am Montagabend einen kräftigen Gewinn- und Umsatzanstieg 2011 gemeldet und eine Sonderdividende und ein Aktienrückkaufprogramm für die Aktionäre angekündigt. Die Aktie der Deutschen Börse Chart zeigen legte daraufhin am Dienstag knapp 3 Prozent zu und gehörte zu den stärksten Werten im Dax.

Keine persönlichen Konsequenzen nach Fusionsflop

Börsenchef Francioni hat persönliche Konsequenzen nach dem Scheitern der Fusion mit der NYSE Euronext ausgeschlossen. "Persönliche Konsequenzen: Nein. Ich sehe auch keinen Grund dazu", sagte Francioni am Dienstag in Frankfurt. "Der gesamte Aufsichtsrat steht hinter mir und meinem Vorstandsteam. Der gesamte Aufsichtsrat hat mich gebeten, unsere Unternehmensstrategie umzusetzen."

Nach dem Veto der Brüsseler Wettbewerbshüter gegen den Zusammenschluss mit der New York Stock Exchange (NYSE) vor knapp zwei Wochen hatte es Forderungen nach einem personellen Neuanfang gegeben - unter anderem vom Betriebsrat und einzelnen Anteilseignern. Francioni betonte: "Wir haben keine Fehler gemacht, wir sind erst von Brüssel gestoppt worden." Der heute 56-Jährige führt die Deutsche Börse seit November 2005, sein aktueller Vertrag läuft bis Ende Oktober 2013.

la/dpa-afx

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