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14.01.2012
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Interaktives Fernsehen

Unterhaltungsindustrie umwirbt Stubenhocker

Ein Gastbeitrag von Tobias Kollmann

Passt nur in geräumige Wohnzimmer: LG präsentierte auf der CES einen extragroßen Smart-TV.
AFP

Passt nur in geräumige Wohnzimmer: LG präsentierte auf der CES einen extragroßen Smart-TV.

Im Internet haben die großen Player ihre Claims längst abgesteckt. Ähnliches gilt für das Geschäft mit mobilen Diensten. Als nächste große Spielwiese gilt der Fernsehmarkt. Wer macht das Rennen um die Vorherrschaft im Wohnzimmer?

Hamburg - Nachdem im E-Commerce die Möglichkeiten scheinbar ausgenutzt sind, im M-Commerce die mobilen Angebote mit Millionen von Apps bereits voll auf dem Weg sind, steht mit dem T-Commerce vielleicht die nächste große Spielwiese für das E-Business in den Startlöchern. Das kann man zumindest vermuten, wenn man die Berichterstattung zum interaktiven Fernsehen (ITV) der Consumer Electronics Show (CES) 2012 in Las Vegas verfolgt. Nach Smartphones und Tablets scheint die IT-Community ein neues Lieblingsthema zu haben - Smart TVs. Und es ist nicht nur ein neues Elektronikspielzeug, sondern kann analog zum Smartphone eine neue Plattform mit und für T-Apps werden.

Mit der Einführung von Smartphones und insbesondere dem iPhone von Apple wurde eine Plattform für einen milliardenschweren mobilen Markt geschaffen, an dessen Spitze das Unternehmen mit dem Apfel auch direkt seinen App Store implementierte und somit den Zugang zu Millionen von Apps schaffte. Unternehmen und Gründer nutzen seit dem die Möglichkeit, bekannte und neue Geschäftsmodell mit einem sogennanten "situativen Nutzen" zu versehen, bei dem insbesondere der mobile Zugriff an einem bestimmten Ort als Location-based Service adressiert wird.

Damit kamen drei Dinge zusammen: Der schnelle Zugang über UMTS (3G), das passende Endgerät mit einfacher Bedienbarkeit und die Applikationen über die mobile Dienstleistungen abgerufen werden können.

Dieser Dreiklang scheint sich nun auch für das gute, alte Fernsehen anzubahnen. Denn auch hier bieten digitale Datenkanäle inzwischen die notwendige Geschwindigkeit und Qualität, die Fernsehgeräte werden selbst oder mit Hilfe von Set-Top-Boxen interaktiv und demnächst starten die ersten App-Plattformen für das Fernsehen.

Andere Apps nötig

Auch wenn noch nicht alle Fragen der Interaktivität und der digitalen Rückkanäle technisch abschließend geklärt sind, so scheint sich Samsung mit seinem Smart TV schon zu positionieren. Allerdings ist hier noch bei weitem nicht entschieden, wer das Rennen macht. Sind es die Fernsehhersteller, die Kabelnetzbetreiber, die Fernsehsender, die Hersteller von Spielkonsolen oder IT-Medienplayer, wobei Apple mit seinem Apple-TV [http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/0,2828,805974,00.html] schon wieder ein Vorreiter werden könnte, sofern hier die Apps in naher Zukunft integriert werden.

Anders als bei den mobilen Apps, müssten die T-Apps allerdings anders gestaltet werden. Die Umgebungssituation ist eine andere: Mann bzw. Frau ist nicht aktiv unterwegs (lean forward), sondern sitzt entspannt auf dem heimischen Sofa (lean back), was einer völlig anderen Erwartungshaltung des Users entspricht. T-Commerce kann ferner nur dann eine Chance haben, wenn es sich vom E-Commerce insofern unterscheidet, als das die T-Apps mehr oder weniger direkt mit dem laufenden Fernsehprogramm verbunden werden. Ansonsten könnte man ja auch mit aufgeklappten Laptop oder einem Tablet-PC vor dem TV sitzen.

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