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16.12.2011
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Deutsche Zynga-Konkurrenten

Wozu ins Silicon Valley schweifen?

Von Kristian Klooß

Auf Zyngas Spuren: Mit "Farmerama" versucht der Hamburger Spieleentwickler Bigpoint, den Erfolg von Zyngas Browserspiel "Farmville" auf dem deutschen Markt zu wiederholen. Eine Kooperation mit Zynga hatte Bigpoint im Jahr 2008 abgelehnt
dpa

Auf Zyngas Spuren: Mit "Farmerama" versucht der Hamburger Spieleentwickler Bigpoint, den Erfolg von Zyngas Browserspiel "Farmville" auf dem deutschen Markt zu wiederholen. Eine Kooperation mit Zynga hatte Bigpoint im Jahr 2008 abgelehnt

Deutsche Unternehmen wie Bigpoint und Gameforge gehören zu den Weltmarktführern für browserbasierte Onlinespiele. Doch statt Zynga an die Börse zu folgen, gehen sie bislang einen anderen Weg. Dafür gibt es gute Gründe.

Hamburg - Zynga hat an diesem Freitag auf dem Parkett der New York Stock Exchange den gewaltigsten Börsengang seit Google hingelegt. Was wohl auch daran liegt, das fast jeder das Geschäftsmodell des Börsenneulings auf Anhieb versteht. Zynga bietet Facebook-Nutzern vor allem eines: Zeitvertreib. Der bekannteste Browsergame-Produzent der westlichen Welt hat für jeden etwas im Programm, dem allein das Verwalten seiner "Freunde" bei Facebook nicht reicht.

So verwalten inzwischen mehr als dreißig Millionen naturliebende Menschen mit der Bauernhofsimulation Farmville auch Hühner, Schafe und Kühe - auf Wunsch lassen sich sogar Elefanten züchten. Die allerdings gibt es nur gegen ein paar virtuelle Farmville-Dollar, die Spieler wiederum zuvor durch echte Dollars bei Zynga erwerben müssen. Für Stadtmenschen hat der im Silicon Valley beheimatete Social-Game-Anbieter sich die Städtebausimulation Cityville ausgedacht. Und wer es lieber märchenhaft mag, darf sich bei Castleville sein persönliches Schlösschen anlegen. Das Prinzip ist stets das gleiche: Wer Extras will, zahlt.

"Die Innovation und Geschwindigkeit, mit der Zynga neue Spiele entwickelt und umsetzt, ist bemerkenswert", sagt Klaus Böhm, Director Media bei Deloitte.

Dass Zynga sich im Zuge des Börsengangs vom Geschäftsmodell des Ein-Plattform-Unternehmens, das nur auf Facebook setzt, gelöst hat, hält er ebenfalls für wichtig. So lässt der Spieleanbieter inzwischen auch auf Google+ Schafe züchten, kooperiert mit Yahoo und bietet eine Poker-App für das iPhone an.

Topmanager Owen Van Natta ging kurz vor Börsenstart

Und dennoch geisterten beim Ausblick auf die Börsenpläne Zyngas bis zuletzt Schlagworte wie "Stockville" oder "Bubbleville" durch die englischsprachigen Wirtschaftsmedien. Sie verdeutlichen die Abhängigkeit des künftigen Zynga-Wachstums von seinen Facebook-Blockbustern nur zu deutlich.

Dass Zyngas Zahlen zuletzt noch einmal nach unten korrigiert werden mussten, dass der Konzern den einst für Juli geplanten Börsengang mehrfach verschoben hat, dass auch der geplante Börsenerlös deutlich nach unten angepasst werden musste, dass Zynga-Chef Mark Pincus jüngst Mitarbeitern gedroht hat, Aktienoptionen zurückzugeben oder gekündigt zu werden, dass der für das operative Geschäft verantwortliche Chief Business Officer Owen Van Natta am Vorabend des IPO die Segel gestrichen hat: Das alles sehen die Investoren dem Unternehmen offenbar nach.

Seine Aktien konnte Zynga am oberen Ende der zuletzt angepeilten Handelsspanne zu jeweils 10 Dollar platzieren. Zum Börsenstart in New York lag die Erstnotiz der 100 Millionen Anteilsscheine gar bei 11 Euro, womit das Unternehmen an der Börse mit rund acht Milliarden Dollar bewertet wird.

Damit reiht sich Zynga mit Blick auf die Marktkapitalisierung ein in die zweite Reihe der wertvollsten Internetkonzerne der Welt, hinter dem Schnäppchenportal Groupon (14 Milliarden Dollar) und dem Such- und E-Mail-Portal Yahoo (18 Milliarden Dollar).

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